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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 350

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 350)
Language
German
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er, mit hundert Eabbinen gemeinsam eine Übersetzung des ganzen Talmud zu edieren, dann scheint es ihm ein verlockendes Ziel, den Talmnd drucktechnisch in einen einzigen Band zusammengefaßt herauszugeben, dann agitiert er dafür, daß man ibn in allen, auch den christlichen humanistischen Gymnasien als Unterrichtsdisziplin einführt. Viel hat er in die Ordnung einzelner Gemeindeangelegenheiten, besonders in Memel, häufig in die Affairen der kulturellen Politik russischer Juden eingegriffen — aber er ist doch in Deutschland geblieben, und es bleibt im letzten ungeklärt, was ihn dorthin zog, so zog, daß er unter großen Mühen preußischer Staatsangehöriger wurde, um unbeschränkt nach dem Westen reisen und sich in ihm auf halten zu können. Der Wind hat verweht, was er zwei Jahrzehnte lang in Berlin und Paris, in Frankfurt und Heidelberg geleistet hat. Und obwohl noch Augenzeugen der Ereignisse unter uns leben könnten, ist doch in den Mnssar- Jeschiwoth fast nichts über diese ganze Periode der Suche nach Verbreiterung und Verstärkung der Front gegen den Baalhabajit erhalten geblieben. Was allein als positives Resultat dieser Jahre tradiert wird, ist dies: die Gewinnung eines Menschen, jenes Bankier Lachmann, der des Schicksals Werkzeug für die Begründung der eigentliehen Mussarbewegung wurde. Entscheidung. Angefangen hat das mit ... tausend Rubel. Lachmann ließ sie Rabbi Israel durch einen Schüler, der damals in Memel war, um die Wende der siebziger Jahre zur Verfügung stellen. Rabbi Israels ursprünglicher Plan war, das Geld für die Wiederbelebung seiner inzwischen eingegangenen Mussarzeitschrift ״Tewuna“ zu verwenden, in jener Ideenrichtang also, die er alle Jahre vorher gehabt hatte: Wirkung auf die anonyme und große Masse. Aber der Baalhabajit hatte versagt; aus den Mussarklausen war keine Volksbewegung entstanden. Nicht einmal die entscheidende Umwandlung derjenigen, die schon gewonnen waren, hatte sich erreichen lassen. Das Experiment am fertigen Menschen hatte sich als eins am untauglichen Objekt erwiesen.

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