Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 349)
- Language
- German
- Belongs to
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324 Das heißt: Er scheiterte am Baalhabajit und suchte nach den Gründen dafür, glaubte immer andere zu finden, wollte zunächst diese begleitenden Mängel aus dem Wege schaffen, den Zugang zu den Objekten seiner Aufgabe erweitern, verbreitern, leichter machen und . . . verlor sich dabei. Er war eben aus Wilna fort, da schlief der Mussar dort ein, er sah die Haskala-Lockungen and schrieb denen die Schuld am Mussarniedergang zu, wandte sich gegen sie und entdeckte dabei Schwächen der rabbinischen Position, meinte dann, man müsse zunächst sie bessern und kam so immer weiter ab vom Ziel. Babbi Israel lebt hier, in gewissem Sinn, das Vorbild von Babbi Sundei. Jeder Mangel kann ihn locken und zwingen, aufzubrechen, nicht zu ruhen, bis er abgestellt ist. So verliert er die Linie allen Tuns. So verliert er den Baalhabajit. Historisch genommen ist deshalb diese Periode in Babbi Israels Leben diejenige, von der wir am wenigsten klare Vorstellang haben. Sie löst sich in Einzelaktionen auf, die fast alle Griffe ins Leere waren. Sie sind vergessen und namenlos geworden. Wir kennen nur ein paar ungenaue Zahlen. Wir wissen, daß er diese Jahre zum größten Teil in Deutschland verbracht hat, aber es ist nicht einmal sicher, ob er nur durch Zufall hierher kam, (in den Jahren der Kownoer Einsamkeit wurde er so schwer nervenleidend, daß er Halberstädter Ärzte aufsuchen mußte,) oder ob von vornherein eine später immer betonter werdende Absicht .darin lag. Allenfalls ging er auch hier an einzelne Menschen und einzelne Pläne heran, die ihm am Wege zu liegen schienen. Ein paar Jahre lebte er dafür, daß allabendlich Königsberger Studenten sich vor ihm versammelten, um über den Mussar und in seinem Geist lernen zu hören. Ähnliche Versuche macht er dann in Memel, (dort unterstützt vom Rabbiner der Stadt, Hirsch Mecklenburg, hier von dem reichen Privatmann Elia Bär Fischei,) und mit ähnlicher Absicht geht er nach Frankfurt, nach Halberstadt und Berlin, später (zu Dr. Sternheim) nach Paris; überall findet er einzelne Menschen, die sich ihm anschließen, die da und dort Mussarklausen gründen und an seinen Lippen hängen, schließlich aber doch zu ihrem größten Teil sich als Fehlhoffnungen erweisen. Ebenso geht es mit den Plänen. Er wendet viel Energien darauf, ein Wörterbuch für den Talmud vorzubereiten, dann plant