Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 331)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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306 bücher heranging, ist das Neue und der Kern der Bewegung. (So sprechen er und alle nach ihm auch niemals vom Mussarlernen allein, sondern immer nur vom "״למוד המוסרי בהתפעלות.) Früher war man an die Moralschriften gegangen, weil sie schöne Erzählungen brachten, leicht verständlich waren, zum Gutsein aufriefen, nachdenklich machten. Rabbi Israel ging mit der Absicht an sie heran, jene gewaltige Schreckminute wieder zu erleben. Daraus folgt zwar, daß diese Wirkung im Text der Bücher selbst nicht unbedingt beschlossen liegt, aber daraus darf doch wieder nicht gefolgert werden, daß auch von jedem anderen beliebigen Sprungbrett her dieselbe Wirkung sich hätte erreichen lassen. Gestaltender Wille der Moralisten und Stoff der Moralliteratur ergänzten sich glücklich zu einem Gemütsaffekt, aus dem Rabbi Israel später eine Institution der jüdischen Welt machte. Ruf. Er tat das mit einem Leben, das nach der Berufung durch Rabbi Sundei wie ein nirgends mehr aufzuhaltender Ablauf von Ursache zu Geschehen hin abrollt. Er begann Mussar zu lernen. Zwei Jahre lang. Und er begann, an sich die Konsequenzen von Rabbi Sundeis Befehl zu erleben. Natürlich wurde er dabei zunächst, seinen eigenen, wachsenden Maßstäben nach, immer unzulänglicher, immer kleiner. Allmählich aber wurde er auch immer geschulter im Widerstand gegen sich. Zu Anfang ist ihm so, als ob es gegen die Gefahren des Verwurzelt- und Verhaftetseins in der häuslichen Bequemlichkeit nur das Heilmittel der frei erwählten Unstetigkeit und des Bettlertums gäbe. Er beschließt, sein Würdebewußtsein und seine rein körperlichen Bedürfnisse genau so niederzuzwingen, wie alle Großen vor ihm, wenn sie das Schicksal der Heimatlosigkeit des Galuth als ein leibliches auf sich nahmen; er will als armer Mann durch die Welt ziehen, er lernt schon die Gemara auswendig, um auf der Landstraße, in Bauernscheunen und auf Schankhausbänken der Bücher entraten zu können. Aber das ist nur eine periodische Absicht. Später erweist sich ihm, daß noch in ihr ein Rest Egoismus liegt, daß er die eigenen Erkenntnisse seiner Generation zu Übertragen die Pflicht hat. (Nach Jahren erzählt man ihm einmal