Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 320)
- Language
- German
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wird sich nie erschöpfend mit ihrem Prinzip allein kennzeichnen lassen; entscheidend bleibt, welche Wege sie angibt, um den Endzweck der Selbstüberwindung zu erreichen. Gerade dies aber, das ״andere Gesicht“, die Verästelung des alt-neuen simplen Aufrufs zur individuellen Wegsuche, ist, scheint mir, bisher zu wenig beachtet worden. Kaum dem Namen nach sind die verschiedenen zu Lehrsystemen gewordenen Bemühungen hekannt, mit denen man in den Jeschiwoth vom Mussarprinzip her versucht hat, an das Ziel zu gelangen, das Rabbi Israel von Salant mit dem Mussar seines Lebens aufgestellt hat. Und da eine solche Geschichte des Mussar, davon, wie er vom Aufruf an die Tausende zum Erlebnis der Einzelnen wurde, fehlt, — sind vielleicht die nachstehenden Notizen trotz ihres stückhaften und wegen ihres subjektiven Charakters gerechtfertigt. Wiege. Es ist bei solcher Zielsetzung nicht unbedingt notwendig, all jene Geschehnisse zu erwähnen, die zu weiter nichts dienen als zur Vervollständigung biographischer Listen. (Von Belang sind für uns ja nur die Tatsachen, die noch heute innerhalb des Kreises der Mussarschüler als entscheidend für sie und ihre Lehre empfunden werden, mögen das von Historikern vergessene, unwesentliche, ja mögen es selbst erst nachträglich von der die innere Wahrheit erahnenden Legende gebildete Ereignisse sein.) Wir können darauf verzichten, ausführlicher zu schildern, was die Schicksale des Vaters der Mussarbewegung, bevor er sie schuf, waren; denn alles was wir hierüber wissen, gibt uns weder Erklärung noch wesentlichen Umriß der Erscheinung. Rabbi Israel Lipkin ist der Sohn des Raw von Goldingen gewesen, und wurde, — es war das 1822 — als zwölfjähriger Junge mit der Tochter eines jener kleinstädtischen Reichen verheiratet, die damals noch ihr Vermögen nur erwarben, um damit in Haus und Beth־Hamidrasch die Tora zu erhalten, Toralerner der Not ums Brot zu entheben und sich selbst für ihr weltliches Geschäft Rehabilitation mit der Verwendung ihrer Gelder zu schaffen. Das Städtchen, in das Rabbi Israel so als ״Schwiegersohn“ kommt, heißt Salant und liegt mitten in kurländisch־litauischen,