Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 314)
- Language
- German
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289 ״Zitate ans einem Schriftsteller“ auffaßte, eine Bedeutung, die mit V נתף, Name des 0. erwähnten Werkes Hajjngfs, nahe verwandt ist, und da letzteres von A. ihn Esra mit קרחה (infolge falscher Lesung, oder weil er auf die primitive Bedeutung des Wortes: zupfen, rupfen, zurückgriff) übersetzte, hat unser Autor, der bekannten Maxime כבר הורה זקן folgend, es auch für das nahe verwandte Wort beibehalten. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß er gerauftes Haar als eine Art Buntheit auffaßte. abzuwarten. Als Stütze dieser Vermutung läßt sich die Tatsache anführen, daß die erwähnte Zeitangabe der Übersetzung sich auch in Ms. Eseurial, das beide Werke enthält (Ms. Rom enthält nur das Wörterbuch), vor dem Anfange des zweiten Werkes befindet, sie scheint also nur auf dasselbe sieh zu beziehen; s. auch w. u. Hingegen kann die gleiche Wiedergabe Kimehis und ibn Tibbons des Titels des Erstlingwerkes Abulwalids, des בתאב אלמסתלחק, mit ספר ההשגה auf eine gemeinschaftliche Quelle zurückgeführt werden, da dieser Name sieh bereits in dem am Ende des J. 1160 geschriebenen erwähnten Werke des ibn Parchon findet, vielleicht aber auch noch früher. Es verdient vielleicht in diesem Zusammenhänge eine merkwürdige Entgleisung Steinschneiders erwähnt zu werden. Er schreibt nämlich (״Hebr. Übers.״, S. 124): ״Die hebr. Übersetz, eines Obadia (um 1300?) u. d. T. ההשגה (nach falscher Etymologie) ist in drei Mss. erhalten“. Er erwägt also hier das J. 1300 als Blütezeit desselben Obadja, eine Hs. dessen genannten Über־ Setzung (Ms. Epstein) vom J. 1225 datiert, eine Angabe, die auch in den ״Hebr. Übers.“ (S. 917), auf die Steinschneider 1. c. verweist, sich findet! Auch die Angabe über die drei Mss. ist cum grano salis zu verstehen: das dritte nämlich (Oxford, Nr. 2509) ist bloß eine erst 1874 verfertigte Abschrift des zweiten (Ms. Casanata). Übrigens ist השגה nicht ״nach falscher Etymologie״ konstruiert, weil es nicht Buch des Einwurfs, der Kritik bedeute, wie es noch in der Encycl. Jud. (Bd. 6, Sp. 85) heißt, sondern — Buch der Ergänzung. Darauf zeigt schon die andere Bezeichnung dieses Werkes bei ibn Tibbon, nämlich ספר התוספת (warum ha-Tossefet, mit zwei s, in Encycl. Jud. 1. e.?), der man in ספר השרשים begegnet (in רקמה zweiundvierzig Mal immer השנה, was zu beweisen scheint, daß ibn Tibbon die Übersetzung der beiden Werke nicht etwa gleichzeitig bearbeitete). Es war aber auch zu jener Zeit השגה in der Bedeutung von Kritik noch nicht gebräuchlich und hat wahrscheinlieh eben infolge dieses Titels diese erst erhalten, da Abulwalids Werk, das als Ergänzung gemeint war, tatsächlich eine Kritik darstellte. Darüber und über Ben-Jehuda’s diesbezüglichen Irrtum s. Wilensky R. d. E. J. (1927, S. 79, Anm. 1) und רקמה S. יש Anm. 7. Jahrbuch der J. L. 6. XXU. 19