Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 313)
- Language
- German
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288 Schwieriger ist die Frage über den Zusammenhang des ara־ bischen Titels mit קרחה zu beantworten. Es ließe sich zwar zum Trost anführen, daß dieses nicht das einzige derartige Wort in dieser Schrift ist; es ist z. B. der Zusammenhang zwischen מצדר und der darin dafür gebrauchten מלה אפודה oder zwischen תמייז und תירוץ הענין auch nicht ohne weiteres klar. Allein es scheint, daß der Autor der Schrift das Wort למע nicht in der seltenen ihm yon Abulwalid gegebenen, sondern in seiner gewöhnlichen Bedeutung Auch wenn diese Zeitangaben stimmen sollten, würde unsere Darstellung davon anberührt bleiben man brauchte nur dann als den Urheber der Bezeichnang רקמה statt J. ibn Tibbon J. Kimchi hinzustellen. Bekanntlich erwähnt ersterer die vom letzteren bewerkstelligte Übersetzung des Bachja’schen Werkes, er könnte also auch dessen Bezeichnung רקמה gekannt haben. Allein ich sehe keinen Anlaß in meiner Behauptung etwas zu ändern, da die infolge des ״horror vacui“ entstandenen erwähnten biographischen Daten keinen Anspruch auf Genauigkeit machen können. Die ihnen als Basis dienende richtige Beobachtung, daß Josefs jüngerer Sohn David, um 1160 geboren, in seinen Schriften wohl den älteren Bruder Moses, nicht aber den Vater als seinen Lehrer bezeichnet, berechtigt bloß zur Annahme, daß er den Unterricht des letzteren nicht genossen hatte, nicht aber zu derjenigen, daß der Vater zu seiner Lehrzeit nicht mehr am Leben gewesen sei. Der Unterricht könnte auch aus anderen Ursachen ausgeblieben sein. Der Vater könnte im späteren Alter infolge von Schwäche oder sonst die aufreibende Tätigkeit des Unterrichts von kleinen Kindern überhaupt aufgegeben, könnte insbesondere das Unterrichten seines zarten Kindes seinem geduldigeren älteren Sohne überlassen haben, u. dgl. mehr. Eine Kenntnis der Übersetzungen seitens J. Kimchi, seines jüngeren Zeitgenossen darf uns nicht befremden, da er im Vorworte zu seinem שקל הקדש das מבחר הפנינים des letzteren ausdrücklich nennt; diese Stelle ist, wie von Marx vor kurzem nachgewiesen wurde, authentisch (s. Hebrew Union College Anunal, 1927, S. 437). Andererseits kann auch das Datum der Übersetzung des רקמה nicht als sicher angesehen werden. Zwar findet sich das J. 1171 in den beiden uns bekannten voneinander unabhängigen Hss. der Tibbonschen Übersetzung des Wörterbuches Abulwalid’s, in Ms. Rom (J. 1214) und im, auch wahrscheinlich aus dem 13. Jht. datierenden, Ms. Escurial (s. ׳ השרשיםD, ed. Bacher S. 1. Merkwürdigerweise spricht letzterer in seiner Einl. zu derselben, S. XXXV, nur von der ersteren: כמו שנאמר בראש כ״י אשר ברומי), andererseits sind ibn Tibbon, wie aus seinen Worten im Vorworte zum ועלי שמו פניהם להעתיק להם את שני :רקמה הספרים האלה (S. 5 ,ה) hervorgeht, die Übersetzungen der beiden Werke gleichzeitig übertragen worden. Er könnte aber trotzdem die Übersetzung des ziemlieh umfangreichen רקמה nach ihrer Fertigstellung separat veröffentlichen, ohne die Beendigung derjenigen des noch umfangreicheren zweiten Werkes