Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 310)
- Language
- German
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285 wahrscheinlich, da daraus ein Plagiat seitens Abulwalid ans einem Werke eines berühmten und fast zeitgenössischen Autors folgen würde. Die dank dem unermüdlichen Fleiße und der Hingabe namhafter Forscher entdeckten und von P. Kokowzoff edierten bedeutenden Fragmente dieses Werkes Hajjug’s (Petrograd 1916) zeigten zwar, daß die Lesart קרחה in der Einleitung zum מאזנים, weil einigermaßen dem Original-Titel des Werkes כתאב אלנתף entsprechend, die richtige ist (näheres darüber s. Kokowzoff ״Nowye Materialy“ etc. Bd. II, S. 12ff. des russischen Teiles; seine Ansicht ist von Wilenky Encycl. Jud. Bd. V, S. 194 wiedergegeben worden), zugleich aber auch, daß dieses Werk als grammatischexegetischer Kommentar zu den Propheten schon an und für sich nicht als Quelle für die Darstellungen der Derenbourg’- sehen Schrift in Betracht kommen kann. Kokowzoff hat deshalb zu der Annahme eines Schreibfehlers, ohne die Unwahrscheinlichkeit derselben zu verkennen, seine Zuflucht genommen (in seinem 0. a. Verk, S. 70, Anm. 1), dem ich in meinem genannten Artikel folgte (S. 194). Nun hat mich aber Prof. A. Marx in einem Privat-Schreiben (vom 23. 12. 1931) darauf aufmerksam gemacht (wofür ich ihm auch an dieser Stelle meinen herzlichen Dank ausspreche), ״daß der Fehler ספר הקרחה schwer zu erklären ist; er ist nicht der einen Hs. zuzuschreiben. Wie ich im Register unseres Seminars für dieses Jahr p. 169 bemerkte, findet sich in einer kürzlich von uns erworbenen Hs. desselben Textes dieser Titel noch öfter1). Am *) Laut der mir von Prof. Marx bereitwilligst zugeschickten Abschrift der erwähnten Register-Bemerkung ist in jener Hs. das ם, הקרחה vier Mal erwähnt: S. 19,17; 39,11; 47, 1 u. 9, worauf dort das Kapitel חנתה נבאר S. 78,2 folgt. Wie es sich aus dieser Bemerkung herausstellt, fehlen in der erwähnten Hs. die größeren Exerpte aus dem הרקמה 'D (S. 19—32, 39—43, 47—52, deshalb auch die Stelle, wo in der Ausg. Dernb. S. 52 1 הקרחהD erwähnt wird, S. 58— 60 nsw.). Ob wir es hier mit einer früheren Version der Schrift zu tun haben, in welcher sich der Autor an denjenigen Stellen, wo es sich um grammatischen nicht zum richtigen Lesen der Bibel notwendigen Stoff handelt, mit bloßen Verweisungen begnügte, besonders bei den umfangreichen, oder mit Emissionen seitens des Abschreibers, sei es naeh eigenem Ermessen, sei es auf Veranlassung des Auftragstellers, kann erst nach Durchsicht der betreffenden Hs. entschieden werden. Prof. Marx teilt mir ferner mit, daß