Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 301)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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276 erkennt der in W. nicht an; und was der Rabbiner in H. vorschlägt, verwirft der in M. — Jeder hält die eigene Autorität und Bedeutung ausreichend, und fügt sich so schwer in die fremde Ansicht!״ ״Wie wenig“, fuhr er fort, ״die Alten eine Ahnung haben von der Notwendigkeit eines festen Aneinanderschließens, das mußte ich vor dem Antritt meiner Stelle selbst erfahren. Als ich auf meiner Reise nach Kassel durch Frankfurt kam, suchte ich die dortigen למדנים auf, von denen ich als Schüler von R. Abraham Bing eine freudige Aufnahme erwartete. Wie wurde ich von ihnen empfangen! Keine Ermunterung, kein freundliches Entgegenkommen wurde mir zuteil; man sah mich über die Schulter an, halb mitleidig, halb mißtrauisch. — Dies Benehmen hat ja wohl einige Entschuldigung in den traurigen Erfahrungen, welche man damals an den jungen Rabbinen machte; allein es hat mich tief verletzt, und ich fühle die Überzeugung, daß mancher junge Mann, der noch nicht fest in seinen Grundsätzen ist, durch eine solche unkluge Behandlung leicht in das andere Lager gedrängt werden könnte.“ Über diese, Romann versagte Rücksicht sprach sich Rabbiner Wetzlar gelegentlich gegen einen Frankfurter למדן, der ihn in Gudensberg besuchte, vorwurfsvoll aus. Die Entschuldigung war nur schwach, auch wurde die Möglichkeit eines Unrechts kaum zugegeben. — Was die Welt an Romann verlor, erfuhr man eben erst nach seinem Tode. Was indes keine ernste Mahnung, keine Warnung zuwege brachte, wurde allmählich durch die Macht der Umstände herbeigeführt. Die destruktiven Neuerungen, welche die modernen Rabbinen und Prediger einzeln schufen, sollten endlich durch ein Konzil sanktioniert werden, und dies Bestreben brachte die Rabbinerversammlungen zustande, für deren Beschlüsse man gesetzliche Autorität beanspruchte, wie diejenige der großen Sanhedrin in Jerusalem. Als nun viele Gemeinden diesen Beschlüssen in der Tat beitraten und sie alsbald ausführten, da erkannten die Frommen endlich die dem Judentum drohende Gefahr, sie rafften sich empor zur Tat, und der bekannte Protest der siebenundsiebzig (nachgehends 116) Rabbinen war ihr erster gemeinsamer Schritt zur Abwehr, dem aber bald, auf die Initiative des Frankfurter Rabbiner, Rabbi Salomon Trier, die gemeinschaftlichen Gutachten gegen