Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 302)
- Language
- German
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7 den Verein folgten, welcher sich behnfs Abschaffung der סילה gebildet hatte. Andererseits begann aber auch allmählich nnter den Neologen die gerühmte Eintracht sich za lockern, die nur der Vorteil und die Notwendigkeit zusammengeführt hatte, und in dem Maße, als sich der Egoismus und die Sonderinteressen geltend zu machen anfingen, zersplitterte der persönliche Ehrgeiz ihre Partei. Dem wiedererwachten Selbstbewnßtsein und dem Eifer der Orthodoxie kamen die Schwächen und Fehler der Gegner nur zu statten, und die ersten Erfolge schon ließen auf ihren gewissen endlichen Sieg schließen. Dem edlen Romann war es nicht vergönnt, die Morgenröte jener schönen Zeit noch anbrechen zu sehen; aber seine Seele er« blickte sie ahnungsvoll in ferner Zukunft, und er hat das Seinige redlich beigetragen, sie zu beschleunigen. Mit Wetzlar arbeitete er gemeinsam darauf hin, ein gemeinschaftliches Zusammenwirken der orthodoxen Rabbinen herzustellen, und beide standen in regem Verkehr mit den hervorragendsten talmudischen Kapazitäten ihrer Zeit. Keine wichtige שאלה kam zu dem einen, ohne daß er sie dem andern mitteilte; kein bedeutender kasuistischer Fall ereignete sich, keine von den damals auftauchenden Zeitfragen trat an sie heran, ohne daß sie sie auch anderen Autoritäten vorgelegt hätten, um sie in Übereinstimmung zu entscheiden. Über solche Streitfragen 8011 hier nicht berichtet werden — sie wurden damals meistens durch Romann zunächst Rabbi Wolf Hamburg1) und Rabbi Mendel2) vorgelegt, einige davon später durch den Druck veröffentlicht. Unter den außergewöhnlichen interessanten Fällen will ich nur eines schwierigen גט ע״י שליח erwähnen (Kassel-Mannheim), den Romann auszuführen hatte und zu dem er Wetzlar binznzog, welcher mehrere Tage zuvor in Kassel bei Romann verbrachte, um die talmudisch rituellen Vorschriften durch Meinungsaustausch mit dem« selben zu klären; — und eines anderen seltenen Falles, wo in Wetzlars Rabbinat ein über zwanzig Jahre verheiratetes Ehepaar nochmals kopuliert werden mußte, weil, wie sich durch Zufall herausstellte, der unwissende מסדר קדושין s. Z. zwei leibliche Bruder *) Wohl Hamburger in Fürth [Au.] *) Wohl Kargau, ebenfalls in Fürth [Au.]