Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 300)
- Language
- German
- Belongs to
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- Hanau 1× ep/1047937
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275 die Volksstimme behauptete, hatte den Keim zu dem Nerven' lieber, dem er erlag, die letzte aufregeiide Sitzung gelegt, worin über die beantragte Abschaffung des חבוט הערבה debattiert wurde. Schon früh hatte er nur mit großer Anstrengung den Ban des rituellen Bades durchgesetzt, welches von dem Vorsteheramt nnr als eine Privatangelegenheit erklärt wurde. Übrigens führte Komann den Vorsitz im Vorsteheramte wie im Landrabbinat, welches aus den vier Provinzial-Babbinen, (zu Kassel, Marburg, Fulda und Hanau) einem Mitgliede des Vorsteheramtes in Kassel und dem landesherrlichen Commissarius bestand, und die Erfolge seiner Amtstätigkeit, die hier nicht weiter geschildert werden können, waren höchst erfreulich, trotz der unaufhörlichen Kämpfe, die an ihn herantraten. Besonders hob sich unter seiner Fürsorge das Lehrerseminar, an welchem er selbst Talmud unterrichtete, und die Lehramtskandidaten, weiche damals das Seminar absolvierten, zeichneten sich durch ein gründlicheres Wissen und sittlichen Emst vor vielen anderen jungen Lehrern vorteilhaft aus. Wetzlar und Bomann fanden sich bald zusammen. Sie erkannten, was sie einander sein konnten, sein müßten; der Ernst der Zeit schon wies sie aufeinander hin, aber sie wußten auch einer des anderen Wert zu schätzen. Wenn ich des innigen, trauten Verhältnisses gedenke, in welchem diese beiden herrlichen Männer miteinander lebten, 80 ergreift mich ein wehmütiges Gefühl, daß es nur von so kurzer Dauer sein konnte; und das schmerzliche Bedauern, daß ein solch glückliches Verhältnis so vereinzelt dastand in jenen Tagen. Ich hörte Romann selbst die bitterste Klage führen über die Uneinigkeit im Lager der Frommen, welche den Neologen den Sieg so leicht m »ehren und der gerechten Sache den Boden entzögen. ״Die modernen Rabbiner‘4 sagte er, ״halten in der Offensive geschlossen zusammen, einer tritt für den andern ein, sie greifen gemeinsam und kühn die Orthodoxie an, und das Volk glaubt und folgt ihnen um ihrer Menge und der geschmeidigen and zuversichtlichen Sprache willen, die sie führen! Und was tun die Frommen? In ihrer Abgeschlossenheit von der Welt wähnen sie sich und das Judentum sicher; sie unterschätzen entweder die Gefahr oder halten jedes Einschreiten doch für unnütz. Was der Rabbiner in A. will,