Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 285)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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kleinen Trommelchen?“ — Gehen Sie ruhig nach Hause, gute Frau! setzte er ohne jegliche Nutzanwendung hinzu, ich bleibe ebenfalls ruhig hier im Kreise der Meinigen und will abwarten, was da kommt. — Die Frau sah ihn staunend an und ging. Nicht lange nachher langte der junge Mann wirklich in dem Schulhofe an; je näher er aber dem Hause kam, desto langsamer wurde sein Schritt, auf der Treppe schien er sich die Sache nochmals zu überlegen, stand einige Augenblicke still, wendete sich dann und kehrte zögernden Schrittes nachhause zurück. Privat- und Familienleben. Es dürfte hier wohl der Ort sein, mit einigen Worten auch des privaten Lebens Rabbi Mordechai Wetzlars zu gedenken; wenn auch nur insoweit, als die Schilderung mit dem Zwecke dieser Blätter, eine Charakteristik des vortrefflichen Mannes zu geben, zusammen fällt. Nicht immer identifizieren sich der amtliche und der Privat-Charakter eines Mannes und gar manche wissen ihre Familieninteressen mit den dienstlichen klug auf eine Wage zu werfen und sie mit Geschick auf verschiedenen Wagschalen zu ihrem Nutzen und Frommen wieder zu sondern. Wo der Charakter eines Menschen nicht ein edles Ganzes bildet, fehlt ihm eben noch die sittliche Vollkommenheit. In Rabbi Mordechai Wetzlar war kein solcher Widerspruch; er war ein Mann im edlen Wortessinn, und der persönliche Vorteil stand ihm weit unter der Heiligung des göttlichen Namens. Nach dem Antritt seiner Stelle mußte er an die Begründung einer eigenen Häuslichkeit denken, und es ist begreiflich, daß er mit manchen frommen und angesehenen Familien in verwandschaftliche Verbindung hätte treten können. Rabbiner Wetzlar wollte aber nur eine בת תלמיד הכם zur Frau nehmen, und seine Wahl fiel auf die Tochter von R. Jakob Posen, welcher ein namhafter למק und einer der דיינים der Frankfurter ב״ד war. In jüdischen Kreisen sind musterhafte Ehebüudnisse gottlob keine Seltenheit, weil das Gefühl und das Bewußtsein ihrer Heiligkeit auch immer die treuen Wächter des ehelichen Glückes sind. Es ließ sich daher nicht anders erwarten, als daß Rabbiner Wetzlar und seioe Frau eine sehr glückliche Häuslichkeit begründeten. An