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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 282

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 282)
Language
German
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IRI
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257 11לא ירבה והדל לא ימעיט sagte einer van ihnen za Babbiner Wetzlar, ״und es ist eine unerhörte Gewalt, daß die Einschätzungskommission das Becht und die Macht hat, über unsere Kassen zu verfügen.״ Freilich, die Gebote והחזקת — זחי אחיך, die ihnen immer bequem war, waren ihnen auch minder geläufig, und au! eine etwaige Aushilfe von ihrer Seite mit einem kleinen Kapital hatte der geringe Mann nur in seltenem Falle zu hoffen. Als nächste Aufgabe erschien W. daher, die moralischen Auswüchse, welche sowohl der Reichtum als auch die Armut bei minder Gebildeten zu erzeugen pflegt, in der ihm anvertrauten Gemeinde allmählich zu paralysieren, und die Gesinnungen des Wohlwollens sowie das Gefühl inniger Zusammengehörigkeit auf beiden Seiten wach zu rufen. Er hob in seinen Predigten die Pflichten der Nächstenliebe hervor, betonte aber auch besonders die Übung der Wohltätigkeit, die der Schöpfer nicht zufälligen individuellen Regungen überlassen, sondern durch bestimmtes, göttliches Gesetz geordnet und geregelt habe, und die sich besonders in der Verzebntung unseres Einkommens bekunde. Solche Relehrungen nahmen die Leute aber gar nicht wohlwollend auf. Die Pflicht, מעשר zu geben, war ihnen nur in der Theorie bekannt, niemand führte ein Maßer-Buch, ja, die Reichen glaubten diesem Gesetze schon dadurch genügt zu haben, daß sie Gemeinde-Abgaben zahlten, ״welche doch für Religionszwecke verwendet würden, und daher auch den Armen zugute kämen.“ Umsomehr kam Rabbiner Wetzlar in seinen Predigten von Zeit zu Zeit darauf zurück, sodaß es den Wohlhabenden, die nicht gern davon hören mochten, allmählich unbequem wurde, und sie mehr als einmal ihm zum Vorwurf machten, daß er denselben Gegenstand so oft wiederhole. Er aber antwortete ihnen: ״So oft ich meinen ש״ע aufschlage, finde ich darin, daß der Jude zu Maßer verpflichtet ist; so lange ich nun sehe, daß ihr diese Pflicht nicht erfüllt, so lange ist es meine Pflicht, nicht müde zu werden, euch immer wieder daran zu erinnern!tt Seinen Zweck erreichte er gleichwohl nicht so rasch, denn die Reichen erblickten darin eine parteiische Bevorzugung der Armen; ja, die Ehefrau des Reichsten im Orte interpellierte ihn einst mit dreister Naivität: ״Wie können Sie es immer mit den Armen halten?, wenn wir nicht waren, könnten Sie doch gar nicht Jahrbuch der J. I«. G. XXU,

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