Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 275)
- Language
- German
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25Ö aber bis zum Himmel hoben, wiewohl es bei den meisten mit dieser Wissenschaftlichkeit ja auch nicht immer so weit her wäre. Ein kühnes Organ und dreiste Zungengeläufigkeit verschafften den jungen Männern nur zu leicht den Beifall einer unwissenden und Urteilsunfähigen Menge, und durch dienstwillige Nachgiebigkeit erlangten sie bei ihren Gemeinden gar unschwer Beliebtheit und Ansehen.“ Um das Jahr 1824 nahm Wetzlar Abschied von Hanau und wandte sich nach Würzburg, um dort Theologie und Philosophie zu studieren. Er blieb daselbst bis 1827. Hier zog ihn vor allen Professor Wagner an, dessen eigentümliches System der tetratischen (viergliedrigen) Konstruktion ihn umsomehr fesselte, als sich, wie er glaubte, in demselben Analogien mit der Kabbala nachweisen ließen, welche ihm eine systematische Symbolik in mystischen Formen war. Dieses Moment war der Gegenstand anregender Unterhaltung zwischen dem christlichen Professor und dem jüdischen Hörer, welcher bei einer solchen Gelegenheit erfuhr, wie gesucht s. Z. von den Professoren Würzburgs der Umgang des geistreichen Bernays gewesen. — Schulgerechte Vorstudien zur Philosophie hatte Wetzlar eigentlieh wohl nie gemacht; aber durch Maimonides, den Kusari und andere religionsphilosophische und dogmatische Schriften frühzeitig mit der Philosophie des Aristoteles vertraut, ward es ihm bei seinem gewissenhaften Fleiße leicht, sich — was ja auch nur sein vorgesetztes Ziel war, — für das Verständnis der deutschen Philosophie vorzubereiten. Die Bekanntschaft mit dem ״Biblischen Orient“ führte in dieser Zeit den jungen Mann zur Lektüre von Herders ״Geist der hebräischen Poesie“, welches Werk das Interesse für Wissenschaft•־ liehe Hermeneutik und Exegese in ihm weckte. Der Inhalt des genannten Werkes war ihm in neuester Zeit noch gegenwärtig, wo der Einsender u. a. sich mit ihm über Herders meisterhafte Übersetzung des 28. Kapitels des Buches Hiob unterhielt. Der regelmäßige Besuch der Collegia ließ den Studenten nicht den Talmudjünger vergessen, und die Continuität seiner hebräischen Studien blieb ununterbrochen. Die Natur hatte ihm das Bedürfnis des Schlafes in geringerem Maße als anderen Menschen auferlegt. Um vier Uhr morgens schQn stand er, selbst im Winter,