Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 273)
- Language
- German
- Belongs to
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24g gab, denen die Augen und Herzen so vieler sich vereinigt zuneigten. Darum standen auch die Bachurim in Achtung und Ansehen bei der Gemeinde, und sie fanden Unterstützung in jeder Weise und wohlwollende Förderung ihrer Interessen. So rechnete es sich ein reicher Mann denn auch zur Ehre, einen der würdigsten בתלמידים הגונים, unsern jungen Wetzlar, gastlieh in sein Haus aufzunehmen, ihm jahrelang ,כסא שולחן מטה למנורה zu geben und ihm noch einen ansehnlichen 15^ע801־ספרים: anzuschaffen. Mit dem Gefühl der freudigsten Dankbarkeit gegen den hochherzigen Mann genoß Wetzlar diese Vergünstigung, solange er in Hanau war, und pries täglich seinen Schöpfer für die glückliehe Wendung seines Geschickes. Jeder materiellen Frage nunmehr enthoben, konnte es nicht fehlen, daß der strebsame junge Mann vermöge seiner trefflichen Anlagen und besonders seines ausgezeichneten Gedächtnisses bei seinem eisernen Fleiße bald ein umfangreiches Wissen erlangte, sodaß ihm רבי משה טוביה bereits die התרת הוראה verlieh. Es war eine Zeit, in welcher, wie sich noch ältere Frankfurter erinnern, Rabbi Mordechai Wetzlar als der tüchtigste unter den בחורים der Hanauer ישיבה galt. Im Jahre 1819 wurde der Hanauer Rabbiner zu einer Konferenz nach Kassel berufen, deren Zweck die Regelung der religiösen Verhältnisse in Kurhessen, namentlich die Festsetzung und Einführung einer neuen Synagogen-Ordnung war. In der Voraussicht, ausserhalb der Sessionen zu schriftlichen Ausarbeitungen und mündlichen Kommunikationen eines gewandten, talmudkundigen Beistandes zu bedürfen, musste ihn der noch nicht achtzehn Jahre zählende Wetzlar auf dieser Reise begleiten, und er leistete ihm auch wesentliche Dienste. — Was die Vorgänge und Ergebnisse dieser interessanten Konferenz anlangt, 80 gehört ihre Schilderung den kulturgeschichtlichen Annalen jener Zeit an; für unsern Zweck werde nur erwähnt, daß diese Reise sowohl, wie der Aufenthalt in Kassel für die späteren Lebensbeziebungen des jungen Mannes von Bedeutung war, indem er nicht nur in den maßgebenden jüdischen Kreisen der Hauptstadt des Kurfürstentums einen gewissen Namen sich erworben, sondern auch die Bekanntschaft einiger angesehener Familien gemacht hatte, mit denen er später in freundschaftlichen Privatbeziehungen blieb. Auch lernte er aus eigner Anschauung und Beobachtung die verhängnisvollen Nach-