Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 268)
- Language
- German
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243 fand er seine Kinder gealtert, während er selbst noch jung geblieben. Wenn er etwas erzählte, so hieß es immer, das sind ja lauter Dinge, die vor 100 Jahren gewesen. Fahr al-din al-Räzi (1149—1209; Brock. I, 506; Mafätib al־gaib, Bulaq 1289, II, 483—490; cfr. ZDMG 48, 436) hält zwar selbst an Esra fest, berichtet aber nach Ibn-Abbäs, daß jener Mann Jeremias war. — Nach anderen Überlieferen! wurde Esra, der zu den 40000 Männern gezählt wird, die von Nebnchadnezar während der Lektüre der Tora hingemordet wurden, ebenfalls Glied für Glied wieder erweckt. Viel ausführlicher erscheint diese Legende bei Damlri (Hajäth al-hajvän, Bulaq 1284, I, 301—304). Nebnchadnezar zerstört die heilige Stadt und führt Israel mit Esra, Daniel und 7000 Davidssöbnen in die Verbannung. Esra flieht aus Babylon und kommt nach Dair Hizqil1) am Ufer des Tigris. Dort sieht er kerne einzige Persou. Er stillt seinen Hunger mit Obst und seinen Durst mit Trauben, preßt deren Saft in einen Schlauch und legt die Feigen in einen Korb. Die Knochen seines Esels, welche durch die Vögel und die wilden Tiere in die Berge und in die Täler at18einandergetragen waren, werden später durch den Wind wieder vereinigt. — Dann berichtet er nach Ibn Ab bä s: Esra, nach 100 Jahren wieder auferweckt, begibt sich in den Tempel, wird aber dort nicht erkannt. In seinem Hause begegnet er einer alten blinden Magd, die jetzt 120 Jahre zählt und die natürlich unendlieh glücklich ist, nach 100 Jahren den Namen Esras wieder zu hören. Von Esra wieder sehend gemacht, wird sie nun sein Herold und verkündet das Wiedererscheinen Esras in der Ratsversammlung, an welcher auch dessen 118jähriger Sohn und seine Enkel, alle vom Alter schon gebeugt, teilnehmen. Sein Sohn erkennt ihn nun an einem Muttermal zwischen den beiden Schultern, das die Form eines Halbmondes hat. — Suddi und al-Kalbi fugen noch den folgenden Umstand dazu, daß ein Engel dem Esra, der über die von Nebuchadnezar verbrannte Tora weint, ein Glas Wasser reicht, und daß in Esra, der daraus trinkt, die Tora wieder ersieht. Als Esra nach 100 Jahren wieder zurückkam, diktierte er fünf Männern 9 Vgl. über dieses babylonische Kloster: Nöldeke in ״Der Islam‘4 XII, 113 und Kescher in ״Le Monde oriental“ XVI, 229 [Streek]. Iß*