Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 266)
- Language
- German
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241 Koran enthält noch viele Beschuldigungen*) gegen die Juden * i. 2) und hat nur die Anklagen aufbewahrt, während von ihrer Verteidigung nichts erhalten ist. VII. Die Erzählung vom hundertjährigen Schlaf Esras. Ebenfalls auf Esra bezieht die islamische Korandentnng nach Maraccis Versicherung die Stelle in Sure II, 261: ״Jemand ging an einer Stadt vorüber, die wüst in Trümmern lag. Er sprach: Wie wird Gott diese nach ihrem Tode wieder lebendig machen? Da ließ ihn Gott 100 Jahre gestorben sein; dann weckte er ihn und sprach: Wie lange hast du so verweilt? Er antwortete: Ich verweilte einen Tag oder den Teil eines Tages. Er sagte: Kein, du hast 100 Jahre zugebracht. Schau nach deiner Speise und nach deinem Trank, sie sind nicht verdorben und betrachte deinen Esel. So machen wir dich zum Zeichen für die Menschen. Sieh auf die Gebeine, wie wir sie sammeln und mit Fleisch bedecken. Als es ihm deutlich wurde, sagte er: Gott ist über alles mächtig.“3 * S.) Bereits im Talmud finden sich ähnliche Motive, die ihren Niederschlag in der Onias״ bzw. Abimelechlegende gefunden haben. נ) S. auch Kerem Chemed V, 104 wo folgende Bemerkung des Maimontdes über die lügenhafte Behauptung erwähnt wird: בתשובתו המלאה חן אל ר׳ עובדי׳ הגר כתב ודל* ולא מפני שהם (הישמעאלים) משקרים ומבוכים ואומרים שאנו אומרים שיש לאל יתבוך בן, כן נבוב גם אנחנו עליהם וכף 2) Vgl. darüber Hubert Grimme, ״Mohammed“ Teil I, S. 67 f. (Münster i. W. 1892) sowie weitere Hinweise bei M. Steinsehneider, Polemische nnd apologetische Literatur . . in ״Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes“ Band VI (Leipzig 1877) S. 176. s) Hirschfeld, Beiträge zur ... S. 80 f. vermutet in dieser Erzählung den Propheten Elias, der auch der rabbinischen Legende gemäß (Rasehi und Kimchi zu I Kön. XVII, 1 u. Jalkut zu Num. 25, 12) ein langes Leben führte. Die Scene des Koran sei die gleiche von I Kön. 19,4-8. Er verweist die Annähme Geigers nach Mar., daß hier Neehemias Ritt naeh Jerusalem gemeint sei. Die ״Gebeine“ beziehen sieh nicht auf den Esel, sondern auf etwa in der Stadt umherliegende Leichen und erinnern sehr lebhaft an Ezech. 37,8—14* In der muslimischen Tradition ist der Prophet Elias als Al-Hidr (aLhadir) V Gegenstand zahlreicher Legenden. Die vorliegende Stelle wird auch mit alhadir in Zusammenhang gebracht. Vgl. darüber I. Friedländers Ausführungen S. 269 f. Jahrbuoh der J. L. 6. XXD. 16