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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 264

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 264)
Language
German
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239 VI. Esra im Koran. Nach einem Verdammungsurteil Mohammeds über alle Götter zitiert Sprenger1) die Antwort seiner Gegner: ״Du hast dich selbst verfangen, riefen seine Gegner, du glaubst doch, daß die Engel Diener Gottes seien, daß Christus ein frommer Diener Gottes und daß Uzair ein frommer Diener Gottes sei. Die Engel werden aber von den Band Molayh angebetet, Christus von den Christen und ‘Uzair von den Juden.“ Auch Bokhari überliefert eine Stelle, nach der die Juden beschuldigt werden, Esra anzubeten.2) Im Koran, Sure IX, 30 heißt es: Die Juden sagen, 4Uzair sei der Sohn Gottes, die Christen sagen, Christus sei Sohn Gottes. Die islamische Überlieferung setzt ‘Uzair3) mit Esra gleich. Dasselbe tut auch die moderne Wissenschaft bis auf Casanova, der ‘Uzair aus ‘Uzail ableiten und dieses mit ‘Azael gleichsetzen will.4) Doch Horovitz hält an der Gleichsetzung 4Uzair Esra lest. 5 6) ף Sprenger, Leben und Lehre Mohammeds Bd. II, Berlin 1862, S. 448 aus Ibn Ishäk S. 286 und Wähidy Asbäb 21, 101 von Ihn ‘Abbäs. 2) Ausgabe Krehl-Juynboll, Leyden 1862—1908 Bd. IY, S. 463 Z. fl in der Übersetzung von Houdas-Margais, Paris 1903—1914 Bd. IV, 601. s) Die arabischen Grammatiker, sagt Geiger (Was hat Mohammed.... S. 191), streiten, ob das Wort eine Nunation enthalte oder nicht; und da die Form derselben den Diminutiven gleicht, so hält Geiger den Mangel der Nunation für angemessener, wogegen in den jetzigen Koranen, z. B. von Flöget, die Nuoation auf genommen ist.— Im Hebräischen ist aber der Name עזרא keine Verkleinerungsform, wie Muhammed eine aus ihm gemacht hat, sondern wahrscheinlich abgekürzt von עזריאל wie etwa סיפא ans עבדאי מיכאל von עכדיאל und dgl. m. (Sycz, S., Ursprung und Wiedergabe der biblischen Eigennamen im Koran, Frankfurt 1903, S. 51). — Zu der in Note 13 erwähnten Umschreibung des Namens Esra durch *EedQOLg bemerkt Streck, daß auch sonst gelegentlich hinter einem z, bzw. s, s in semitischen Eigennamen bei deren Wiedergabe durch Griechen und Römer noch ein d bzw. t eingeschoben wird. Vgl. z. B. Jizre’el *EodaqÄd, (60 etc.; ‘Azrnba‘al *AödQOvßagj Hasdrubal; Bosra BoÖtqcc (Bostra). Neben Osrhoene findet sieh auch Osdroene* Umgekehrt erscheint bei Asdod (Asdod) das ursprüngliche d in (Azotus) ausgestoßen. *) Paul Casanova im Journal Asiatique, Paris 1925, Bd. CCV, S. 356— 360. Dort wird Bezug genommen auf Azael, den die Hagada als Obersten der בני אלקים (Gen. VI, 2, 4) bezeichnet. 6) Josef Horovitz, Koranische Untersuchungen, Berlin u. Leipzig 1926, S. 127 u. 167.

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