Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 261)
- Language
- German
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936 4. In der Stadt Tnbrad gibt es eine Schriftrolle, die die Tora Esras genannt wird. In dem Bethaus, das seinen Namen trägt, steht ein schöner Schrein, und darin ist das Schreibrohr und die Tinte enthalten, mit denen er die Besserungen in den Gebetbiichern anzubringen pflegte. Der Schrein wird aber niemals aufgemacht, denn wer die darin liegende Schriftrolle sieht, stirbt alsobald. (Midrasch Aboth IV, 50 a, Eben Saphir I, 20 a, b.) 5. ״Die zwei Erben“: Zu Lebzeiten Gaons Scherira lebte ein reicher, in seinem Volke angesehener Mann, der hatte die von E s r a eigenhändig geschriebene Gesetzesrolle in seinem Besitz. Der reiche Mann starb und hinterließ zwei Söhne. Unter diesen entstand sofort ein Streit um den Besitz der Bolle; jeder von ihnen wollte sie haben und wollte dafür dem anderen alles Gold und Silber überlassen. Da sie sich nicht einigen konnten, kamen sie mit ihrem Anliegen zu B. Scherira. Der Gaon entschied den Streit dadurch, daß er sie Lose ziehen ließ. Also fiel dem einen die Schriftrolle, dem andern das ganze Vermögen zu. Der z. B. von Benjamin von Tudela, Kanisat al-Scha’mijin ״die Synagoge der Palästinenser“ genannt — besitzen will, und ihre Verehrung vgl. die Mitteilangen des arabischen Historikers al-Maqrizi (1364—1442) in seiner Geschichte and Geographie Ägyptens (ai-Khitat ed. Bulaq, 1270 H. 1853, Bd. II, 47 f.) und die das genannte Werk verwertende, im Jahre 1672 beendete hebräische Chronik des Josef Sambari (ediert von Neubauer in Mediaeval Jewish Chronicles, Oxford 1887, S. 118, 137); vgl. dazu auch M. Schreiner in ZDMG 45, 298. Siehe ferner die hebräische Reisebeschreibung des Samuel ben David (fälschlich Jemsel genannt; reiste im Jahre 1641) bei E. Carmoly, Itineraires de la Terre Sainte (Bruxelles 1847), S. 527—9; dazu die Note Carmolys, S. 542—3, in der er auf die Angaben im Reiseberichte des Obadja von Bertinoro (vom Jahre 1488) sowie auf die Bemerkungen in dem Buche Schern hagedolim des Azulai (gest. 1807) hinweist. S. weiter Mich. Eneman, Resa i Orienten, 1711—12, herausg. von K. U. Nylander (Upsala 1889), S. 177—8; R. Porocke, De&cription of the East etc., 2. deutsche Ausgabe unter dem Titel ״Beschreibang des Morgenlandes etc.“ herausgegeben von Breyer und Schreber, Erlangen 1791, Bd. II, S. 44—5, (Porocke weilte 1737 in Ägypten). Villoteau in Description de PEgypte, 2. edit., Bd. XIV, Paris 1826, S. 472—3. J. J. Benjamin, acht Jahre in Asien und Europa (1846—53), 2. Aufl., Hannover 1858, S. 225-7. Nach Obadja von Bertinoro soll die vermeintliche alte Tora-Rolle Esras in Alt-Kairo von einem Reisenden weggetragen und dann, als derselbe im Meere Schiffbruch litt, mit ihm nntergegangen sein; vgl. Carmoly, a. a. 0., S. 542, und Benjamin, a. a. 0., S. 226.