Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 260)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
…/3486266-3486297--8711-3495091- Visual Library
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das Diktierte niederzuschreiben. Von der Verehrung, die Esra bis in späteste Zeiten beim Volke genießt, bekunden auch die folgenden Erzählungen (aus Gorion, Born Judas): 1. In Alexandria befindet sich ein Bethaus, das das Bethaus Elias genannt wird. Darin ist im oberen Stockwerk eine Tempelhalle, die einen verhängten Schrein mit einer Schriftrolle von der Hand Esras birgt. Kein Mensch darf es wagen, hinaufzusteigen und die Handschrift zu holen. Wer es unternimmt, lebt* das Jahr nicht zu Ende. (Sambari S. 6.) 2. In dem alten Teil von Ägypten steht auf zwanzig Marmorsäulen ein schönes Gotteshaus. Es enthält zwei Bethallen, in denen zweihundert Schriftrollen liegen. Über der einen Bethalle aber ist ein Raum gelegen, in dem das heilige Buch, von der Hand Esras geschrieben, aufbewahrt ist. Einst kam ein Weiser an diesen Ort, und der betete und fastete vierzig Tage und wusch seinen Leib täglich im Quellenwasser. Danach stieg er hinauf, schlug das Buch auf und las darin. Außer ihm aber durfte niemand das Buch schauen. (Ginse Israel I, 6.) 3. In Alt-Kairo ist eine sehr schöne Synagoge auf großen und schönen Säulen gebaut: Sie wird ebenfalls dem Propheten Elias zugeschrieben, denn man sagt, daß Eiiah an der südöstlichen Ecke den Frommen hier erschienen, und da wird auch ein immerwährendes Licht unterhalten. In der nordöstlichen Ecke ist ein erhöhter Platz, wo die Gesetzesrolle von Esra gelegen hat; man erzählt, daß vor vielen Jahren ein Jude vom Abendlande gekommen sei und sie von dem damaligen Tempeldiener gekauft habe; er kam nach Alexandrien, um diese Gesetzrolle mit sich nach Hause zu fuhren. Das Schiff war aber noch nicht sehr entfernt von Alexandrien, als es unterging, er samt der Gesetzrolle waren verloren, und der Tempeldiener, der sie ihm für 100 Goldstücke verkaufte, wechselte seinen Glauben und starb noch in diesem Jahre. Das Gehäuse dieser Rolle ist jetzt noch in der Synagoge, und man unterhält ein immerwährendes Licht davor. (Reisebericht des Obadja Bartenuro.)נ) *} Hierzu hat Streck die folgenden Hinweise gegeben : Über die angebliche Esra-Rolle, welche man noch heute in einer der Synagogen Alt-Kairos, nämlich in der Elias-Synagoge — in älterer Zeit, so