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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 259

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 259)
Language
German
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234 findet sich die Esra-Synagoge, zu welcher die Juden am 9. Ab zu gehen pflegen. Benjamin berichtet ferner von einer anderen, weiter westlich gelegenen Esra-Synagoge, die er in C har an, der zweiten Heimat des Urahns Abraham (Gen. XI, 31), angetroffen hat. Eine weitere Synagoge befindet sich südlich von Charan im Orte Rakka (in der Bibel Gen. X, 10 Kalne genannt), das ״an der Grenze Mesopotamiens gelegen ist und das Gebiet der Thogormim vom Land Schinear scheidet״ (Benjamin). Diese Synagoge hat Esra — wie Benjamin ausdrücklich bemerkt — ״bei seinem Aufstieg von Babel nach Jerusalem“ erbaut. Vermutlich hat er in Bakka den Euphrat überschritten. Schließlich soll sich Esra in Tedif, östlich von Aleppo, aufgehalten und dort alle möglichen Wunder verrichtet haben. Die Synagoge heißt speziell die ״Synagoge Esras des Schriftgelehrten“. An dem Gebäude selbst befinden sich auch mehrere, Esra gewidmete Inschriften, (s. Beiträge zur Assyriologie, Leipzig 1913, Bd. VII. S. 175 und Littmann, Semitic Inscriptions, New-York 1905, S. lOOf. [Streck]. Vgl. insbesondere auch Sassoons eingehende Schilderung der Inschriften in J. Q. R. XVII S. 410 und XVIII S. 55). Von hier aus dürfte sich Esra südlich nach Palästina gewandt V haben. Diese Route von Babylonien über Gezirat-ibn^Omar, Charan, Rakka bezeichnet genau die Straße, die einst der Urahn Abraham, als er Babylonien verließ, gegangen war, und die auch heute noch von vielen Karawanen benutzt wird. V. Esras Schriftrollen. Esra wird in Bibel und Talmud vornehmlich als עזרא הסופר der Schriftgelehrte gefeiert. Er selbst hat zwecks Verbreitung der Tora einige Exemplare der Heiligen Schrift abgeschrieben (Note 124). Auch die spätere Literatur (Apokryphen, Kirchenväter) ver herrlicht seine schriftstellerische Tätigkeit (Note 123). Die Sage hat Esra mit dem Nimbus übermenschlicher Fähigkeiten versehen; Gott habe ihm das jüdische Schrifttum diktiert, und er habe die Geschicklichkeit besessen, gleichzeitig mit fünf Federn in der Hand

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