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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 257

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 257)
Language
German
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Der Hirte machte sich des Morgens auf und erzählte den Juden alles, was er vernommen hatte. Sie gingen mit ihm zusammen zu dem Hauptmann und erzählten ihm von dem Wunsche Esras. Allein der Statthalter wollte die Leiche nicht aus dem Lande wegführen lassen. Da brach die Pest aus, und fast die halbe Einwohnerschaft des Ortes starb. Von den Juden aber war kein einziger Opfer der Krankheit geworden. Nun ließ sich der Statthalter bewegen und befahl, den Sarg Esras nach der Landschaft zu überführen, die der Tote genannt hatte. Sobald man mit der Ausgrabung des Schreines begonnen hatte, hörte die Pest auf. Auf der neuen Grabstätte wurde ein schönes und großes Bethaus errichtet. Eine Feuersäule erhebt sich zuweilen nachts aus der Gruft und lodert zum Himmel empor. So ist das Grab auf einige Meilen weit sichtbar. Auch die Israeliten pilgern zu dem Grabe und beten hierselbst. (Gelilot Erez Israel. Tachkemoni XXXV S. 48. Heilprin, Seder Hadorot S. 65 a. Midrasch Abot S. 49 b. 50 a. Petachja I, 19 f.) Daß überhaupt die Grabstätte Esras in Babylonien zu suchen sei, erscheint recht unwahrscheinlich. Glaubhafter ist desr Bericht des Geschichtsschreibers Josephus, daß er im hohen Alter zu Jerusalem sein Leben beendet hat und begraben wurde. Im gesamten jüdischen Schrifttum findet sich auch nirgends ein Hinweis auf eine Rückkehr Esras nach Babylonien. IV. Esra-Synagogen. In Babylonien, Palästina und Syrien gibt es eine Reihe von Synagogen, die mit Esras Namen bezeichnet werden. Esra hatte schon io seiner babylonischen Zeit für die Verbreitung der Tora Sorge getragen und zu diesem Zwecke Zentren geschaffen, an denen die Heilige Schrift erforscht und gelehrt werden könne. So mögen einige der Synagogen entstanden sein, als deren Begründer Esra betrachtet wird. Vgl. Note 87. Zu Ehren dieses Schriftgelehrten wurde auch eine weitere Anzahl von Synagogen mit seinem Namen verknüpft, vornehmlich an solchen Orten, die Esra bei seinem Zuge von Babylonien durch Mesopotamien und Syrien berührt haben mag.

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