Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 255)
- Language
- German
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23Ö Im Gegensatz zu diesen Schilderungen, die alle Esras Ruhestatte in Jerusalem bzw. Palästina ansetzen, taucht plötzlich eine neue Anschauung auf, der zufolge Esra in Babylonien begraben sei. Er habe sich von Jerusalem nach Susa begeben, um den König Artachschasta aufzusuchen, und sei auf der Reise dorthin verstorben. Einer anderen Erzählung zufolge (s. Kap. I) habe sich Esra zu den jemenitischen Juden begeben, um sie zur Übersiedlung nach dem Heiligen Land zu bewegen. Auf dem Rückzug von Tbeman sei er in Babylonien gestorben und zur Ruhe gebracht worden. Als erster berichtet über die Entdeckung einer Grabstätte Esras in Babylonien der jüdische Reisende Benjamin von Tudela in seinen ״Reiseberichten“: ומשם (בוצרה) שני ימים לנהר סמררה היא תחלת ארץ פרס. ובה כמו אלף ות׳־ק יהודים. ושם קברו של עזרא הכהן הסופר ״ שהלך מירושלים אל אדתחשסתא המלך ומת שםZwei Tage von Basra befindet sich am Nehar Samura ein (gleichnamiger) Ort mit etwa 1500 Juden. Hier ist das Grab Esras haKohen, der auf der Reise von Jerusalem zum König Artachschasta hierorts verstarb.“ Etwa sechs Jahre nach Benjamin besuchte auch Petachja aus Regensburg dieses Grab und vierzig Jahre später Jehuda Alcharizi, der gleichfalls den Ke har Samura erwähnt. Die Entdeckung dieses Grabes sei ebenfalls infolge einer mohammedanischen Legende in die Zeit ״ungefähr 150 Jahre״ vor seiner Anwesenheit in Babylonien, somit in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts, gefallen (Tachkemoni XXXV). Heutzutage wird diese Grabstätte im Orte U z a i r (= Esra) am Westufer des Tigris gezeigt. Uzair liegt in der alten Provinz Mesene nördlich Basras an der Westgrenze von Chuzistan. Streck (Enzyklopädie des Islam III S. 164 s. v. Maisan) schreibt hierüber: ״Was ... 4Uzair (heute meist 4Azer gesprochen) südlich von 4Abd Allah b 4Ali am westlichen Tigrisufer anlangt, so wird dessen Zugehörigkeit zur Landschaft Maisan besonders hervorgehoben . . . Der eigentliche Name dieses Platzes mit dem angeblichen Grabe des Ezra (4Uzair) war 1Uti Mittelalter nach arabischen und jüdischen Quellen Nähr Samura (vulgär Simmara) . . “ wie bei Guy Le Strange, Palestiae under the Moslems (London 1890) S. 382 dargestellt Ist.