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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 253

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 253)
Language
German
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228 III. Esras Todestag und Ruhestätte. Einzelheiten über das Lebensende Esras sowie über das Jahr seines Hinscheidens sind uns nirgends übeiliefert. Als sein Todestag wird der 9. Teweth bezeichnet.1) Nach Josephus ״starb Esra in hohem Alter, vom ganzen Volk geehrt und wurde unter großer Teilnahme in Jerusalem begraben“.2) Da Esra nach der talmudischen Tradition das siebzigjährige Exil überlebt hat und im 32. Regierungsjahr des Artacbschasta die Einweihung der Stadtmauer Jerusalems gemeinsam mit Nechemia vollzogen hat, muß er ein hohes Alter erreicht haben. So mag auch die Annahme, dass Esra im 120. Lebensjahr gestorben sei, ihre Berechtigung finden. Auch der Platz von Esras Grabstätte ist umstritten. Nach Josephus soll er in Jerusalem begraben worden sein. In der Nähe von Jerusalem wird heute eine Grabstätte Esras gezeigt. In Abu ghosch (el-Kerje), dem alten Kirjat-Jearim (zwischen Jerusalem und Jaffa) haftet ״eine seltsame Esra-Tradition, die von einem hundertjährigen Schlaf des Esra zu berichten weissu.3) Möglicherweise liegt bei der Bestimmung der Grabstätte eine Verwechslung zwischen den Namen Lazarus, Eleasar und Esra einem anderen Menschen beizulegen. Vgl. Goldziher in Z. D. M. G. XXVIII, 309 and 1,16 sowie über die an die Ehrerbietung vor geachteten Namen sich knüpfenden Sitten in Lubbock’s Origin of Civilisation S. 200, 265, 554. ף Am Ende von מגלת תענית und im סדר רב עמרם גאון gilt der 9. Teweth als ״Fasttag, dessen Veranlassung jedoch nicht mehr bekannt sei“. In den הלכות גדולות (vgl. ed. Hildesheimer, Berlin 1888 S. 194) sowie im כלבו heißt es: ״An diesem Tag starben Esra Hakohen und Nechemia, Sohn Chakaljas“. (עי׳ תום׳ חדשים למגלת תענית). — Auch in der סליחה אוכרה מצוק von עשרה בטבת wird ausdrücklich auf den Todestag von Esra Hasofer am 9. Teweth Bezug genommen. *) Antiq. II 8,9 und XI 5,5. 8) So schreibt Herzberg in D. G. Dalman’s Palästina-Jahrbuch (= P. J. B., Berlin 1926 XXII, S. 95), und glaubt, daß hier eine Verbindung mit dem Namen Eleasar vorliege, ״denn ein Eleasar wird I Sam. 7,1 als Hüter der Lade zu Kirjat-Jearim genannt“. Herzberg verweist in diesem Zusammenhang auf Kahle PJB. 6. (1910) S. 87 und Lauffs ZDPV 38. (1915) S. 295 f. - Die Legende des hundertjährigen Schlafes wird in Kap. VII behandelt.

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