Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 252)
- Language
- German
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227 I II. Der Name Esra bei den Jemeniten. Bis heute noch ist Esra den Themanitern verhaßt. Ea wird kein Kind mit seinem Namen benannt,1) während in Babel vielen Knaben dieser Name gegeben wird. Die Themaniter benennen ihre Kinder mit Vorliebe nach den Forsten, die sie in ihr Land gebracht haben. (Eben Saphir 1 90 a.) Die Annahme des Eben Saphir, daß Esra den jemenitischen Juden verhaßt sei und sie deshalb ihre Kinder nicht mit seinem Namen benennen, ist nicht wahrscheinlich. Eher läßt sich diese Tatsache als ein Protest der Juden gegen die im Koran IX, 30 (vgl. Kap. VI) gegen sie erhobene Beschuldigung: die Jaden beten Esra an und halten ihn für den Sohn Gottes, erklären. Um nicht die Mohammedaner in ihrer Ansicht zu bestärken, strichen die Juden ״Esra“ aus dem Repertorium ihrer Personennamen. Doch war es nicht tunlich, daß der wahre Grund dieser Maßnahme bekannt werde. Vielleicht wußten auch die Juden des Auslandes noch nichts von den Beschuldigungen des Koran. So wurde die Legende verbreitet, daß Esra die Jemeniten in Fluch und Bann gelegt habe. Eine Legende dieser Art war ja von anderen Ländern her bekannt und wurde dann auch auf die Jemeniten übertragen. Sehr naheliegend ist auch die Vermutung, daß עזרא den Juden zu heilig war und aus diesem Grund sein Name vermieden wurde. So ist auch der Name 2 *אברהם) oder 5משה) nirgends im Talmud bis zur Zeit der Geonim gebräuchlich.4) J) S. מגלת תימן in Hazofeh, vol. VII, p. 1. — Nur ein einziges Mal wurde ein Kind, das bei R. Scbmuel Arisi war, Esra genannt, weil ihn» vor der Geburt ein Wunder passiert war. Man nannte es 1»עזרא בי עורו ד Esra, ״denn Gott war seine Hilfe“ (von עזרה Hilfe). Vgl. Jäqut 1H, S. 248 (Lidzbarski, De prophetis, quae dieuntur, legendis arabieis, Diss. Leipzig 1893, S. 35 Anm. 3). *) Diese Angabe (des Azulai, Sehern Hagedolim 1, 34) ist allerdings dadurch zu beschränken, daß Gittiu 50 a der Name אברהם חוואי vorkommt (Kerem Chemed V, 227). 8) Petermann, Reisen im Orient I, 237 teilt mit, daß ein samaritanischer Schriftsteller den Namen מרקה statt 300 ש ■= רק) משה) erhalten habe, weil dieser Name als zu heilig betrachtet wird, um von einem anderen als dem großen Propheten getragen zu werden. 4) Auch die Genossen Mohammeds scheuen sieh anfangs, seinen Namen 15*