Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 233)
- Language
- German
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208 Dieser Beweis dürfte aus air dem, was wir zu II. Chr. 18, insbesondere auch zu II. Chr. 8: 18 (S. 171/2), zu den Maccabäerstellen (S. 173ff.), zu II. Könige 4: 23 (S. 18i), zu Arnos 8: 5 (S. 183), schliesslich auch noch zu Jos. 6 (S. 180 ff.) ausfuhren konnten, zu Recht bestehen. Wir hatten ferner geschlossen, dass Abweichungen, die dabei in Erscheinung treten, 2. keine grundsätzlichen, sondern hauptsächlich nur solche in der Lebensform sein können. Auch dafür liegen uns aus Jeremijahu (s. S. 172, 188ff.), aus den Maccabäern (S. 174), ferner aus den grundsätzlichen Erwägungen zu den Büchern Jehoschuah bis Schemuel (einschliesslich) (S. 179— 180) genügend Anhaltspunkte vor, die als Belege anzusehen sind. Aber gerade das, was in den Maccabäerbüchern an extremer Frömmigkeit in Erscheinung tritt, hat schon gewissermassen den Anschein einer Grenzüberscbreitung. Insofern nämlich, als die letzten Grundsätze der Thoravorschriften, als der Gesetzlichkeiten sinnvollen Lebens dort offenbar verletzt sind. Wir befinden uns allerdings hierbei in einer Zeit grundsätzlicher und bis ins Letzte zugespitzter Auseinandersetzungen zwischen zwei diametral eutgegengesetzten Weltanschauungen,1) der des Hellenismus und der des Judentums. Mag man nun im Hinblick auf solche Zustände und Kämpfe es auch wohl verstehen und sogar hoch einschätzen, wenn zeitweilig das Sabbatgesetz höher gewertet wird als das Leben, 80 ist diese Haltung, wie wir bereits ausführen konnten, mit dem letzten Sinn der Thora, wie wir ihn verstehen, nicht in Einklang zu bringen. Die Haltung solcher besonders frommer Gruppen, die die Frömmigkeit übersteigern, ist geschichtlich als keimhafter Ansatz für das zu werten, was uns aus dem B. d. J., also mindestens schon für die gleiche Zeit, für spätere Zeiten aber von den Essäern und noch später vom Urchristentum berichtet wird. Denn jede Über- Steigerung in einzelnen Auffassungsgruppen muss notgedrungen aus dem universellen Geist jüdischer Religiosität, der die Aufgabe hat, den Plan Gottes im Leben zu verwirklichen, d. h. also das ganze Leben zu heiligen, hinaus- 9 Wie auch heute wieder (Paulus-Saulus Problem!)