Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 234)
- Language
- German
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209 führen. Es ist gleichsam so, wie wenn man den Teilausschnitt einer Kugel für die ganze Kugel nimmt und darüber vergisst, dass nnr die ganze Kugel richtig rollieren kann. Damit ergibt sich auch, dass die Abweichungen von der Halachah im B. d. J. solche sind, die unserer Schlussfolgerung 3 der Einleitung (S. 165) entsprechend als keimhaft nicht mehr rein jüdisch angesehen werden müssen. Ist nun schon aus den Beweisen zu 1 und 2 einigennassen deutlich geworden, dass Künder und Reorganisatoren in ihren Mahnungen und Einrichtungen immer nur auf die alten mosaischen Grundgesetzlichkeiten zurückgreifen, so wird dies (vgl. unsere Schlussfolgerung 4 der Einleitung, S. 165) im einzelnen auch aus den behandelten Quellen durch zahlreiche Beispiele noch klarer und deutlicher. Hierher gehören unsere Abhandlungen zu II. Chr. 36: 21 (S. 172/3), zu Amos 8: 5 (Seite 183), zu Jer. 17: 21—27 (8• 188) (Anm. 3 S. 189) usf. In diesen Quellen wird überall gegen die Vernachlässigung der bestehenden Sabbatinstitutionen Stellung genommen. Die Wiedereinsetzung der früher neben anderen Grundlehren so vernachlässigten, weil nicht in richtigem Geiste ausgeübten Sabbateinrichtungen als Ausdruck jüdischer Religiosität und jüdisehen Lebens tritt dann vor dem Exil als Plan des Neuaufbaus besonders in Erscheinung (s. zu Jech., S. 173). Nach dieser geistigen Vorbereitung erfolgt der Wiederaufbau (S. 173 u. 190) und wird schärfstens durchgeführt (S. 192) und nach allen Seiten begrenzt. Der Erfolg bleibt nicht aus, die nachfolgende Zeit ist nur im Bilde der unmittelbaren Wiederanknüpfung an die Thora zu verstehen (S. 193) und zeitigt ein strenges Leben nach den religiösen Lehren, das sich dann schliesslich (B. d. J., S. 198 ff., Maccabäer, S. 194/5) teilweise zu einer extremen Frömmigkeit übersteigert. Ausblick. Solange also Offenbarung am Sinai Gott-gegebene Richtschnur ist, bleibt der Sabbat ihr Angelpunkt und seine lebendige Einhaitung Gott gegenüber und zu den Menschen und Kreaturen hin1) נ) Also nach Form und Inhalt, nach kultischer und sozial-ethischer Seite hin. Jahrbuch der J. L. G. XXII. 14