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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 214

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 214)
Language
German
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189 enthalten ist — wie der Talmud überhaupt ja aus den Arbeiten am משכן die 39 Hauptarten von Arbeit für das Sabbatverbot herleitet,1) — so ist die Jiremijahustelle nicht von besonderer Bedentung geworden. Ihre Erwähnung im Jeruschalmi,2) wo Rabbi Chiskija im Namen Rab Acha’s au! sie Bezug nimmt, hat ebenfalls gegenüber der an der gleichen Stelle vorher erwähnten Basiemng der הוצאה auf Exodus 36,6 (R. Scbmuel im Namen Rabbi Jochanan’s) nur nebensächliche Bedeutung. Die Tatsache ferner, daß bei Jiremiah auch die Rede vom Arbeitsverbot am Sabbat im allgemeinen (וכל מלאכה לא תעשו) und von der Heiligung des Sabbat (וקדשתם את יום השבת in V. 22, ולקדש את יום השבת, V. 24) in einer Formulierung geht, die den Sabbatformulierungen des Dekalogs sehr nahe kommt, zeigt uns zweierlei mit aller Deutlichkeit. Einmal, daß die Mahnungen dieses Künders nichts anderes meinen, als die Einhaltung der mosaischen Grundgesetze,3)4) und sodann, daß die besonderen 4) Für unsere Stelle, vgl. Sabbat 96 b, o. *) Jerosch. Schebuot 32 c. 3) Vgl. z. B. dazu Jer. 7, 9; 9, 12 u. a. a. O. 4) Daß d. Wirkungsbereich d. Künder nicht nur die sozial-ethischen Belange, sondern auch die des Kultus selbst, z. B. die Sabbatheiligung, mit umfaßt, ist in M. Guttmanns, ״Das Judentum und seine Umwelt* (1,123), bereits angedeutet. Treffend ist es, wenn z. B. dort darauf hingewiesen wird, daß Samuel unmöglich die Verneinung des Kultus im Auge gehabt haben kann (I. Sam. 15,22), da er ihn doch selbst geübt habe. Denn die jüdische Lehre wird nur richtig verstanden, wenn sie eben nur als Grundlage für die daraus zu folgernde Tat gewertet wird. Auf dem Tun liegt im Judentum die H aupt bet onnng:לא המדרש) 1, 17 עיקר אלא המעשה אבות). Was von Samuel güt, gilt von allen Kündern. Daß diese sich so sehr die sozial-ethische Seite der Gebote vornehmen, beweist sogar, daß die kultische Seite meist eingebalten, die moralische ebenso stark meist vernachlässigt wurde (Gefahr der Erstarrung aus einer Überschätz' ung der Form oder aus Buchstabengläubigkeit). Gerade die Prüfung unserer Sabbatstellen ergibt solches Beweismaterial (z. B. Arnos 8,5, Jes. 1,13 (56,2-6». Wenn sie also die zu kurz gekommene Seite in den Vordergrund rücken, so bedeutet dies nicht die Streichung der kultischen Seite der Gebote. Beide sind vielmehr, wie in der Einleitung zum Sabbatgebot ausgeführt, untrennbar miteinander verknüft. Aus der Erfüllung der Gebote Gottes auch ihrer Form nach, fließt immer neu der Strom, aus dem das richtige Tun an der Welt gewonnen wird. Nur das kann der Sinn dieser Verknüpfung sein; aus der Einheit Gottes gewinnt der Jude in der Hingabe an dessen Gebote die Kraft zur Einheiligung des Lebens. Wenn so die Gebote die Wegweiser zum sinnvollen Leben sind, so ist ihre Befolgung niemals hinfällig; denn selbst der beste

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