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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 206

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 206)
Language
German
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81 ן selbst, ein Sabbat war.1) Denn bei der Einnahme von Jericho handelt es sich um einen von Gott gebotenen Krieg, besser und genauer wäre zu sagen, um eine von Gott gebotene Bannnng einer Stadt. Dieses Beispiel hat natürlich auf die spätere halachische Begriffsbildung Einfluß gehabt.2) Als מלחמת מצות wurde es' gegenüber gestellt dem מלחמת רשות, gleichsam dem ״Menschenkrieg“ (im Gegensatz zum ״Gotteskrieg״), der wiederum dann in den Verteidigungs- und den Angriffskrieg zerfällt. Es ist selbstverständlich, daß bei der .מלחמת מצוד die Frage gar nicht erst gestellt wird, welches Gebot Gottes, das der Sabbateinhaltung oder das speziellere der Einnahme Jerichos, den Vorrang haben sollte. In dieser Gott-nahen Zeit konnte es darüber keine Zweifel geben, aber auch die spätere Zeit der Talmudim ist nieht so weit von dem Geist der alten Zeit ab, daß sie die Spitzfindigkeit, die man ihr so oft vorwirft, so weit getrieben hätte, darüber noch zu diskutieren. Gerade das Fehlen einer solchen Diskussion ist ein Zeugnis für den richtigen Geist auch dieser Zeit. Aus den Büchern der Könige3) erfahren wir davon, daß es üblich gewesen sein muß, am Neumond oder Sabbat die Propheten aufzusuchen. Der Mann der Sunamitin stellt seiner Frau die Frage: ״Warum gehst du denn heute zu ihm (Elischah), es ist doch heute nicht Neumond, noch Sabbat4״). Da er nur von dem Verlangen seiner Frau nach einem Reittier und einer Begleiterin, nicht aber davon weiß, daß sein Sohn gestorben ist, bezieht er sich in seiner Verwunderung auf diesen damals anscheinend mannigfach üblichen Brauch. Es mag sich dabei wohl nur darum!;gehandelt haben, von den Kündern und Gottesmännern Belehrung und Rat za erholen. Auch in diesem Brauch liegt ein Anzeichen verborgen, daß die Sabbate nicht zur Arbeit, sondern zur seelisches* null geistigen Bildung, wie sie eben damals möglich war, benützt wurden. Der Talmud zieht diese Stelle heran und schließt aus ihr,' daß man 1l So auch Jeruschalmi, ״Sabbat״ Absrhn. 1, Bl. 4 a, Hai. 3. 2) Vgl. für die Quellen dazu die Anm. 124, 120, 127 auf Seift* Sit 8) Vgl. I. Samuel 18; 17. 1. Sam. 25; 28, auch schon in IV, 21; 14. ף II. Kön. 4; 23.

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