Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 204)
- Language
- German
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179 sie erfüllt, Leben fördernd and Leben spendend wirken.“ Das bringt der Talmud auch genügend zum Ausdruck, wenn er1) dieses וחי בהם deutet mit ולא שימות בהם nicht aber, daß er dnreh das Einhalten der Sabbatgebote sterbe. 2):J) Der Sabbat gleicht 80 in seiner Auswirkung dem Bild der Mischna in Chagiga, aber nur wenn wir es positiv verstehen: auf schmaler Basis webt das äußere Leben, sein inneres Leben steigt in gerader Säule empor zu Gott; der Jude, der ihn richtig hält, lebt an ihm wie in der Hütte des Laubhüttenfestes: nach der Außenwelt hin ist sie ringsum abgedichtet, im Inneren gibt es genügend Raum zur Freude und Beschaulichkeit, nach oben ist die Decke geöffnet, nichts darf hindern, daß die Seele sich zu Gott erheben kann. Bevor wir nun die Frage der Kriegführung prüfen, die un« aus der Stelle in Josua 6 entgegenspringt, mag es wertvoll sein, noch einmal ausführlicher darauf zurückzugreifen, warum die Bücher Josua, Richter und Samuel nichts von Sabhatheohachtung erwähnen. Vergegenwärtigen wir uns die Zeit, von der ihr Inhalt handelt, 80 befinden wir uns in der Zeit der Eroberung des Landes Kenaan durch die Hebräerstämme und — kulturell gesprochen — in der Zeit des Übergangs dieser von der Nomadenwirtschaft zur Ackerbauwirtschaft, also von der ausschließlichen Kleinviehzucht und Wanderung zum Ackerbau und zur Seßhaftigkeit. Das wird meist iu der Beurteilung dieser Zeit außer Acht gelassen. f Es ist also kein Grund vorhanden in der Frage der Sabbatheiligung aus dem Schweigen dieser Bücher darauf zu schließen, ף Sanhedrin 74 a, Joma 85 b. (Autor Schmuei). a) Für die Kriegführung als Verteidigung gegen Todesgefahr von Wichtigkeit (s. u. zu Josua 6 u. 1 Macc. 2, 29—41). 8) Daß diese objektiven Grundsätze der Thora innerhalb des Sabbatgesetzes schon früh praktische Wirkung gehabt haben müssen, geht wohl auch daraus hervor, daß die spätere rabbinische Diskussion über die Sabbatgesetze manche unserer nachpentateuchischen Quellen, trotzdem sie deutlich Einzelregelungen enthalten, z. B. Jer. 17, 21 für ihre Begründungen garnicht heranziehen, ganz einfach, weil der allgemeine Grundsatz des Arbeitsverbotes oder der Rahehaltung zusammen mit solchen anderen allgemeinen Thoragruadsätzen wie dem des פקוח נפש וחי בהם diese Einzelheiten bereits enthalten, well also deren Einhaltung schon immer nach den Grundprinzipien geregelt und praktisch war.!2*