Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 197)
- Language
- German
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All diese eben angeführten Stellen sind inhaltlich in die Zeit des ersten Königtums einzureiben. Sie zeigen das mosaische Gesetz als Grundlage des religiösen Lebens (nochmals II. Cbr. 8, 13). Und dieser rote Faden, der alle nachpentateuchischen Bücher durchzieht, findet in allem Wettern der Künder gegen Götzendienst und Nichteinhaltung der Gebote immer wieder seinen Nachweis und seine Bestätigung. Er sagt uns, daß die Einrichtung des Sabbats ein uraltes Gut in Israel ist, das mit dem Zug durch die Wüste (keine Mannahlese am Sabbat, keine Holzlese am Sabbat, keine Arbeit am Zelt der Gegenwart am Sabbat, kein Feueranzünden am Sabbat) bereits beginnt, aber entsprechend diesem primitiven Leben eben all’ die für das damalige Leben wesentlichen Tätigkeiten am Sabbat zum Schweigen bringt. Mit der vollzogenen Eroberung des Landes tritt das Volk in den Kulturzustand der Ackerbauern, wird also seßhaft. Damit differenzieren sich seine Lebensbetätigungen, Städte entstehen, Gemeinschaften gründen sich, neue Lebensnotwendigkeiten finden Betätigung und Ausdruck. Die Vorschriften über Sabbateinhaltung entfalten sich gleichermaßen in verschiedene Zweige ein und derselben Grundprinzipien, nämlich von שביתה und איסור מלאכה, die in den oben genannten anfänglichen Beispielen für Sabbathaltung schon enthalten sind1), die Mahnungen der Gottesmänner meinen nicht neue Gesetze, sondern Einhaltung der alten mosaischen.2) Die Rekonstruktion Jecbeskels bringt auch nichts Neues, sondern Altbekanntes, was neu gehalten werden soll (s. a. S. 170/1). An der Behauptung, daß die Sabbateinrichtung (wie auch die anderen Gebote) schon seit der Wüstenwanderung, wenn auch in verschiedener Ausdehnung, in praktischer Geltung waren, ändert sich auch nichts dadurch, daß in den Büchern Josua, Richter und Samuel Sabbatstellen fehlen. Auch läßt sich aus der Annahme, daß die Belagerung Jerichos, wenn nicht sogar die Eroberung, am Sabbat stattfand, (letzteres ist nicht ganz sicher; sicher ist nur, daß einer von den sieben Belagerungstagen ein Sabbat gewesen sein muß3)) keinesfalls darauf schließen, daß die Sabbateinrichtung da- 0 Ebenso natürlich auch im Sabbatgebot des Dekalogs. 4) Vergl. Jer. 7, 9ff. u. a. a. 0. *) lia mb am bringt im Einklang mit dem Jeruschalmi (4 a לשבת p#ÄD)