Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 195)
- Language
- German
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m des Willen Gottes das Volk, das die Gebote Gottes nicht richtig einhält, ermahnen und zurechtweisen, ohne irgendwelches Verhalten am Sabbat im einzelnen zu erwähnen. Wenn Hoscheah zum Beispiel die Sünden des Volkes in einer Strafrede gegen die ״Mutter“ (damit ist das Land gemeint) beanstandet und mit Strafe bedroht, so erfahren wir daraus (״Fröhlichkeit an Festen, Neumonden und Sabbaten wird Gott zum Aufhöreu bringen“), daß der Sabbat damals als Freudentag gehalten wurde.1) Anders bei Jeschajahu, der im Auftrag Gottes Mondneuung und Wochenfeier als Arglist bezeichnet,2) weil sie beim Vblk mit Gewalttat gegen die Schwachen verbunden sind. Das zeigt uns, daß auch bei ihm der Sabbat, wie wir es in der Einleitung ausführton, der Angelpunkt ist, zwischen dem Verhalten des Menschen Gott gegenüber und dem des Menschen zu seinem Nebenmenschen. Eines ohne das andere hat keinen Wert. Der Sabbat meint: aus dem Tun nach Gottes Beispiel im Schöpfungswerk entspringt die Verpflichtung für den Menschen, am Sabbat zu ruhen und auch alle, die von ihm abhängen, ruhen zu lassen. Aber nicht nur das: der Sabbat ist überhaupt verletzt, wenn der ganze Komplex sozial-ethischer Forderungen der Thora verletzt wird.3) In ähnlicher Weise ist Kap. 56, 2 zu werten. Böses tun und Sabbatfeier passen nicht zusammen. Beides soll unverletzlich sein: Sabbathaltung und soziales Verhalten, beides muß gleichermaßen eingehalten werden. Die Strafrede dieses Künders stellt dieses wesentliche Gebot des Sabbats in seiner richtigen Bedeutung in den Vordergrund. Die Verletzung des Sabbats und seiner sozial־ethischen Pflichten hat zur Folge Tempelzerstörung und Verbannung. Da ist es denn in Zion öd und leer geworden, ״vergessen hat Gott in Zion Fest und Sabbat“; da das Volk den Bund nicht eingehalten hat, hat Gott das Bundeszeichen,4) als welches auch der Sabbat gilt, beseitigt. 5) Der Künder des Exils Jecheskel faßt die Grundgedanken des Sabbatgesetzes neu zusammen, hebt sie heraus, zeigt seinen Zu- ף Hos. 2, 13. *) Jes. 1, 13. •) Schon in II. Mos. 20, 8 ff. und V, 5, 12 im Grundgedanken enthalten. 4) IL Mos. 31,16. *) Klag. 2, 6.