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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 169

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 169)
Language
German
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144 za verhindern, daß sich irgend jemand durch die Beschlüsse der Babbinerversammlung irre leiten lasse, hielt man sich für verpflichtet za erklären, daß die Teilnehmer, die den Beschlüssen zustimmten, als Sektirer za betrachten seien, deren Entscheidung ungültig, und die selbst religionsgesetzlich nicht einmal zeugnisfähig seien.1 Einer sehr scharfen Kritik unterzog die Versammlung auch Zacharias Frankel in seiner ״Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judentums.“2 Auch er klagte über die Leichtfertigkeit, mit der über die heiligsten Gegenstände gesprochen wurde. Er bedauerte den Mangel an religiöser Kraft und Aufrichtigkeit bei der Mehrheit der Teilnehmer.3 Zusammenfassend charakterisierte Frankel die Versammlung4: ״Den Anforderungen, die mit Recht an .Rabbiner gemacht werden, wurde nicht entsprochen: weder Liebe zum bestehenden Judentum noch Achtung gegen die Offenbarung trat — wir brauchen nicht zu erwähnen, daß wir gern die treffliche Gesinnung mancher Mitglieder der Versammlung anerkennen — überwiegend hervor; man schonte nicht, was im Volke lebt, nahm nicht Rücksicht, daß geschadet werden kann; geriet, weil man nur die Zeit und nicht den Glauben im Auge hatte, mit sich in Widersprach, und erblickte die einzige Aufgabe der Versamlung im Aufheben.“ — Ganz zufrieden war mit dem Ausgang der Braun- Schweiger Versammlung nicht einmal Ludwig Philippson. Er klagte,5 daß sie eine vorherrschend kritische Richtung genommen hatte. Von den Kritikern in der Versammlung sagte er, daß ״sie mit Haß gegen die Wirklichkeit erfüllt seien, weil diese sich der Idee nicht fügen wolle.“ Einen schärferen Vorwurf als den des Hasses gegen die Wirklichkeit konnte auch ein grundsätzlicher Gegner der Majorität der Versammlung nicht vor werfen. Für die zukünftigen Rabbinerversammlungen erhoffte Philippson nur dann Ersprießliches, wenn in ihr das konservative Element verstärkt werde. — Der Erfolg der Braunschweiger Rabbinerversammlung war, daß durch die brutale Offenheit, mit der ihre Mehrheit sich vom 15 יa, 32 a. י S. 289 ff. S. 305. Allg. Zig. d. J., S. 386 f. 4 S. 307.

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