Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 167)
- Language
- German
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142 lieh das Sanhedrin gesagt habe, und die Gründe des Sanhedrin nachzuprüfen. Sie stimmte einfach dem zu, was Philippson ihr als Votum des Sanhedrin angegeben hatte. Nur fügte man noch hinzu: ״wenn den Eltern von den Staatsgesetzen gestattet ist, die aus solcher Ehe erzielten (!) Kinder auch in der israelitischen Religion zu erziehen.“1 Mit diesem religionsgesetzlich völlig unzulässigen Zusatz glaubte die Majorität der Versammlung sich salviert zu haben. In der letzten Sitzung am 19. Juni beantragte Hirsch,2 einen ״Ausgleich der Kluft zwischen Lehre und Leben durch Aufhebung oder Milderung mehrerer Sabbat- und Speisegesetze.‘6 In der Diskussion wagte der Wormser Prediger Adler, ohne vom Vorsitzenden unterbrochen zu werden, die freche Behauptung, der Talmud sei nicht verträglich mit einer moralischen Auffassung der Zeremonien.3 Während Herzfeld Und Wechsler noch meinten, man könne biblische Arbeitsverbote nicht aufheben, hielt es Holdheim für möglich, die Sabbatfeier ohne Sabbatruhe zu erhalten.4 Salomon wollte die Sabbatgesetze mit dem Leben und mit der Zeit in Einklang bringen. Er verstieg sich zu der Behauptung, auch die Zeit sei eine Bibel.5 Schliesslich wurde der Antrag Hirsches einer Kommission zur Bearbeitung für die nächste Versammlung übergeben, die am 15. Juli 1845 in Frankfurt a. M. stattfinden solle. — Mit üblichen Dankreden wurde die erste Rabbinerversammlung nach achttägiger Dauer geschlossen. Über die Zuverlässigkeit des von Dr. Frankfurter angefertigten Protokolls kam es später zu Angriffen verschiedener Teilnehmer.6 Die Folgen der Versammlung. Als das Protokoll der Versammlung veröffentlicht wurde, erhob sich ein Sturm der Entrüstung in der toratreuen Judenheit Deutschlands und seiner Nachbarländer über das frivole Spiel, das in Braunschweig mit den heiligsten Gütern des jüdischen Volkes von Männern getrieben war, die es wagten, sich als Führer des 1 Vgl. Prot. S. 70. 2 S. 73. 8 S. 80. 4 S. 89. * S. 90. 8 S. 91. 2 Orient, 1841, S. 345 f. Vgl. Allgem. Ztg. d. Jdtms. S. 577, 609, 624.