Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 165)
- Language
- German
- Belongs to
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מהיייי 140 and englischen, französisch und englisch gebetet werde, doch sollten einige hebräische Gebete erhalten bleiben. Grandsätzlich bekämpfte Holdheim1 das Hebräische, das nar ein nationales, kein religiöses Band sei. Er verlangte auch die Auslassung aller Stellen der Gebete, an denen die Errichtung eines messianischen Staates und die Wiedereinführung des Opferdienstes erfleht werde. Er bezeichnete unseren religiösen Zustand als anormal, 80 lange wir glauben, daß wir das Gesetz nicht in seiner Ganzheit erfüllen können, bis der ehemalige Staat wieder hergestellt werde. Dies sei zwar die Ansicht der Talmudisten, die Wissenschaft habe aber entschieden, daß ״der Talmud in praktischer und dogmatischer Hinsicht keine Autorität habe.“ In scharfem Gegensatz hierzu erklärte Schott2 jeden Beschluß für unverbindlich, der über die Autorität des Talmuds hinausgehe. Ähnlich gab auch später Bodenheimer, der vor Abschluß der Ver- Sammlung abreisen mußte, zu Protokoll,3 es betrübe ihn sehr, daß von einer Seite dem Talmud keine Autorität zugesproeben werde. Man müsse sich hinsichtlich des Talmuds und der rabbinischen Bestimmungen streng an den Ausspruch des Maimonides im zweiten Kapitel der Hilchot Mainrim halten. — Am Schluß der langen Debatte wurde dann eine Kommission zur Beantwortung der Mayersehen Fragen gewählt. Dem eigentlichen Einberufer der Versammlung, Ludwig Philippson, lag mehr als an den Verhandlungen über Reformen des Gottesdienstes an einer Besprechung über das Verhältnis des Judentums zum Staat. Philippson war damals einer der Hauptkämpfer für die völlige Emanzipation der Juden. Er hoffte durch eine Erklärung der Rabbinerversammlung eine starke Grundlage für seine Forderung der völligen Gleichberechtigung der Juden zu gewinnen. Es wäre das richtigste gewesen, in systematischer Weise die Stellung des Judentums zur Umwelt darzulegen und hierauf fußend, die Forderungen an den Staat aufzustellen. In etwas bequemer, aber nicht geschickter Weise hatte aber Ludwig Philippson4 der Ver- Sammlung mit geringen Abänderungen einfach die Antworten zur Bestätigung vorgelegt, die im Jahre 1807 das französische Sanhedrin Napoleon gegeben hatte. Philippsons Antrag war einer Kom- 1 S. 51 11. 59. * S. 55. 8 S. 63. VS. 64.