Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 159)
- Language
- German
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- IRI
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184 teils amtierenden ßabbinen, teils Predigern eröffnet. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Maier, der Rabbiner der Stuttgarter Gemeinde gewählt, der als Mitglied der Würtembergischen ״israelitischen Oberkirchenbehörde“ den Titel Kirchenrat führte. Während der Verhandlungen, die am 19. Juni schlossen, kamen noch einige weitere Teilnehmer. In der Versammlung überwogen die radikalen Elemente, die sich durch keinerlei Rücksicht auf die Tradition gebunden fühlten. Tonangebend war für sie der Schweriner Landrabbiner Samuel Holdheim, der seine Gesinnungsgenossen an Wissen und Verstand weit überragte. Ihn unterstützten die beiden Prediger des Hamburger Reformtempels, Frankfurter und Salomon♦ Ihnen gegenüber stand der Randegger Rabbiner Schott, der mit seinen Freunden keinerlei Neuerungen zulassen wollte, die gegen den Talmud und den Schulchan Aruch verstießen. Eine kleine Mittelgruppe wollte die Autorität der Tradition nicht unbedingt anerkennen, aber die Vergangenheit nicht aufgeben und ״an die Über- 3) Prediger Ben Israel-Koblenz, 4) Landrabb. Bodenheircer-Hildesheim, 5) Pred. Edler-Minden, 6) Rabb. Dr. Formstecher-Offenbach, 7) Pred. Dr. Frankfurter־ Hamborg, 8) Kreisrabb. Goldmann-Eschwege, 9) Pred. Heidenheimer-Sondershausen, 10) Landrabb. Dr. Herxbeimer-Bernburg, 11) Landrabb. Dr. Herzfeld־ Braunschweig, 12) Weimar. Landrabb. Dr. Hess-Eisenach, 13) Landrabb. Dr. Hirsch-Luxemburg, 14) Rabb. Hoffmann-Meiningen, 15) Landrabb. Dr. Holdheim- Schwerin, 16) Pred. Dr. Jolowicz-Marienwerder, 17) Rabb. Dr. Klein-Stolp, 18) Rabb. und Kirchenrat Dr. Mayer-Stuttgart, 19) Rabb. D1*. Philippson- Magdeburg, 20) Pred. Dr. Salomon-Hamburg, 21) Rabb. Schott-Randegg, 22) Rabb. Dr. Sobernheim-Bingen. Während der Tagungen kamen noch hinzu Rabb. Dr. Kahn-Trier, Landrabb. Wechsler-Oldenburg und Dr. Abr. Geiger- Breslau. — Ein Te l der Teilnehmer halte zwar hochklingende Titel, kam aber nur aus kleinen oder mittleren Gemeinden. Mit Ausnahme von Breslau und Hamburg waren keine bedeutenden Gemeinden vertreten. Aber auch Hamburgs Vertreter amtierte nicht an der eigentlichen Gemeinde, sondern am privaten Reformteuipel, und auch Abr. Geiger konnte nicht als Vertreter der Breslauer Gemeinde gelten, sondern nur ihrer radikalen Minderheit. — Der Berichterstatter des ״Orients“ (S. 198) gibt einen Sachs-Glogau als Teilnehmer der Versammlung an, der im Protokoll fehlt. Nach einer Zuschrift im ״Orient“ (S. 263) aus Glogau gab es dort keinen Rabb. Sachs. Doch stammten aus Glogau Dr. Mich. Sachs, z. Zt. in Prag, aber bereits nach Berlin gewählt, und ein Dr. Simon Sachs, der damals Rabbinatskandidat in Berlin war. Um ihn scheint es sich zu handeln. Da er noch nicht amtierte, durfte er nicht an den Verhandlungen teilnehmen (vgl. Prot. S. 5) und fehlt wohl deshalb in der Liste des Protokolls.