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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 150

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 150)
Language
German
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Die Braunschweiger Rabbinerversammlung i. J. 1844. Von Dr. Moses Auerbach, Berlin. Einleitung. Die Reformbewegung in den ersten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war im wesentlichen naiv. Ihre Führer standen unter dem Einfluß der Aufklärungsperiode. Ohne sich über Wesen und Geschichte des Judentums Rechenschaft zu geben, suchten sie, es mit den rationalistischen Ideen der Aufklärung in Einklang zu bringen, alles ausscheidend, was ihrer Ansicht nach dem liberalisierenden Humanismus ihrer Ideale widersprach. Ihr Hauptinteresse galt aber nicht der Ideologie eines reformierten Judentums, sondem der Umbiegung der äußeren Formen. Sie sollten möglichst dem ästhetischen Geschmack der Zeit angeglichen werden, um Andersgläubigen gegenüber keinen Anstoß zu erregen und der in deutschen Schulen herangebildeten jüdischen Jugend zu gefallen. Stark beeinflußt war die Reformbewegung auch vom Kamp! um die Emanzipation. Alles, was dem Streben um die staatsbürgerliche Gleichberechtigung schaden könnte, sollte ausgemerzt werden, insbesondere die Gebete um Wiederherstellung des Tempels und des Gottesstaates im heiligen Lande. Die Reform beschränkte sieh im wesentlichen auf die Umgestaltung des Gottesdienstes, bei der die protestantische Kirche als Vorbild diente. Wohl erlaubten sieh die meisten Führer der Reform in ihrem persönlichen Leben die Be- Stimmungen des Religionsgesetzes in weiterem oder geringerem Maße zu mißachten, doch wagten nur vereinzelte, die Verbindlichkeit des Gesetzes grundsätzlich zu bekämpfen. Bei Eröffnung des Hamburger Tempels hielt man es für nötig, nachzuweisen, daß die dort eingeführten Neuerungen halachisch zulässig seien.

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