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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 122

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 122)
Language
German
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97 wurden.x) Die Aussagen Wolfgangs, der des Italienischen unkundig war, erfolgten in deutscher Sprache. Da der das Gericht haltende Podestä nicht deutsch verstand, fungierten Dolmetscher.* 2) Ist demnach die Form des Wolfgangschen Geständnisses nicht echt überliefert, so könnte dieses dennoch inhaltlich der Wahrheit entsprechen. Dem ist entgegen zu halten: Den Regensburger Mord meldet außer den Trientiner Akten 3) sonst keine Chronik, keine Urkunde. Ohne Wolfgang und den auf seinem Geständnis beruhenden Regensburger Prozeß würden wir nichts über den Vorgang von 1467 wissen. Zeugnis legt ein durch Folterung gequälter Mensch ab, der nach acht Jahren über ein Geschehnis berichtet, zu dessen Zeit er 15 Jahre alt war. Ein Mann, der sich taufen läßt und sich dann über den christlichen Glauben lustig macht. Der wiederholt Diebstähle begeht, den ג) Siehe meine Ausführungen in der Replik Hirsch Hildesheimer contra Glöß (Berlin 1894), S. 37 Anm. 5 (wiederholt von Hildesheimer, Simon von Trient, S. 6). Statt ״anirnum repetendi“ (a. a. 0., S. 39 bzw. S. 8) muß es animo repetendi heißen wie oben S. 52 und 58. Es wurde beabsichtigt, den Gefangenen später wieder vorzuführen. 2) Interpretes electos: S. 52. 3) Eine von Wolfgang abhängige und darum wertlose Quelle ist die Aussage des gleichfalls in Trient gefangenen Lazarus, Sohnes des Aron von Seravalle. In seinen Verhören am 12., 14., 15. und 21. April 1475 hatte er trotz fürchterlicher Martern nicht das Geringste gestanden. Erst am 25• üktober erzählte er das Gewünschte, quod ipse Lazarus credehat, quod amplius non deberet torqueri, ex quo tantum fuerat tortus et nihil fuerat coniessus. Im nächsten Verhör am 20. Nov., also am Tage nach Wolfgangs Dichtung über Regensburg und Rizardus, weiß er bereits vom Blutgebrauch seines Onkels Rizardus beim Seder und am 21. Nov., daß Rizardus ihm erzählte, quod fuerat interfectus quidam puer Christianus in civitate Ratisponensi. Interrogatus, an dictus Rizardus dixerat sibi Lazaro, quo tempore puer ille fuisset interfectus in civitate Ratisponensi et quomodo et a quibus aut quo in loco dicte civitatis fuisset interfectus et quis de sanguine dicti pueri habuisset, respondit quod idem Rizardus non dixit sibi Lazaro aliquid de istis, sed solum sibi dixit, quod idem puer fuerat martirizatus et cum acubus perforatus. Auch von dem bereits hingerichteten Angelus habe er gehört, quod Rizardus Hebreus habitator Brixie habuerat de sanguine illius pueri, qui fnerat interfectus Ratispone, et quod Angelus non dixit, quo tempore nec quomodo nee a quibus dictus puer fuisset interfectus in dicta civitate. Das Gleiche über Regensburg und Rizardus hörte Lazarus vor ca. sechs Jahren von seinem Vater Aron, einem Bruder des Rizardus. Jahrbuch der J. L. G. XXII. 7

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