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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 120

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 120)
Language
German
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95 man nur von ihm wünschte. Auch ihm wurde wie den anderen Juden die Frage vorgelegt, was er von sonstigen Kindermorden wisse, und er bezichtigte, um vor den Folterschergen Ruhe zu haben,1) als Vielgereister an allen möglichen Orten seine Grlaubensgenossen des Mordes und Blutgebrauchs. Von letzterem hörte er zum ersten Male 1466/67 in Pegnitz. 2) An den Sederabenden des Peßachfestes sab er um 1461 in Grunzenhausen,3) 1470/71 in Pieve di Sacco, 4) 1474 in Feltre, 5) wie Blut in Wein gemischt wurde. Er trank selber von dem Wein und aß von den Mazzes, in denen Blut verbacken war.6) 1470 hörte er vom Kindermord in Endingen, wo die Juden verbrannt wurden, 1474 von einem Morde in Maestre, 1475 von einem gleichen in Padua. 7) Am ausführlichsten erzählte er von einem Kindermord, der vor ca. acht Jahren, also ca. 1468 in Regensburg geschehen sei, wobei er sich selber als Mitschuldigen bezeichnete.8) Sein Bericht liegt uns S. 43—58 in einer vom Regensburger Rat veranlaßten deutschen Übersetzung vor. Den lateinischen Text hatte der Feuerraarter das Gesicht verbrannt (respondit, quod sibi Wolfgango fuerat positus de igne sab naso cum sulfure et quod facies eius fuerat combusta). 7) Verhör am 10. Jan. 1476: Interrogatus, quottennis est, respondit quod est etatis annorum 23 vel circa. Danach war Wolfgang ca. 1453 geboren. 0 Am 11. Nov. rief er gefoltert aus: Ego bene video, quod vultis me interficere. 2) Verhör am 11. Nov. 1475: Interrogatus, quando primo dici audivit ipse Wolfgangus, quod Judei comedunt sanguinem pueri Christiani et a quo primo dici audivit, respondit, quod iam octo vel novem annis dici audivit et quod dici audivit ab Omnibus Judeis et quod sic primo dici audivit in civitate Pegnicz, pue est civitas de Alemania sub dominio Andr. marchionum de Branneburg. Wolfgang war in Pegnitz 13 oder 14 Jahre alt. 8) Verhör am 3. Nov.: quod mox possunt esse 14 anni vel circa. Hat Wolfgang zuerst 1466/67 in Pegnitz vom Blutgebrauch gehört, so kann er diesen nicht schon 1461 in Gunzenhausen gesehen und sich mit Trinken und Essen beteiligt haben. 1461 war er ca. 8 Jahre alt. 4) Ibidem: quod modo possunt esse quatuor vel quinque anni vel circa. Pieve di Sacco (Plebissacho) in Prov. Padua. 6) Ibid.; quod in festo pasce Judeorum fuit unus annus. *) Verhör am 3. und 11. Nov. 7) Verhör am 3., 19. und 20. Nov. 8) Er stach das Kind mit Nadeln : dtsch. 8. 44, verspottete es : S. 45, war beim Töten anwesend: S. 51, 54—55. In den Geständnissen der Regensburger Juden kommt der Name Israels (Wolfgangs) nirgends vor!

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