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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 119

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 119)
Language
German
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94 es auch von den Deutschen behauptet werde, daß die Juden christliche Knaben töten, so sei es nicht wahr.x) Beim zweiten Verhör am 19. April: er habe niemals sagen hören, daß die Juden Blut christlicher Knaben in ihre Mazzes tun.* 2) Zwei Tage später am 21. April verlangte er die Taufe. Als Grund gab er später an, daß er fürchtete, zum Tode verurteilt zu werden, und glaubte, durch die Taufe diesem entgehen zu können.3) Er bekam christlichen Religionsunterricht und wurde auf den Namen Wolfgang getauft. Am 8. Juni wurde er auf Anordnung des Bischofs aus dem Gefängnis entlassen, da man zur Rückgabe der bei den Juden von den Trientiner Bürgern deponierten Pfänder jemanden brauchte, der die hebräisch geschriebenen Geschäftsbücher der gefangenen Juden lesen konnte. Wegen verschiedener Diebstähle, wegen Spionage und Vorbereitungen zur Vergiftung des Bischofs wurde er am 26. Oktober wieder eingekerkert und der früher gegen ihn begonnene Prozeß wegen Teilnahme am Trientiner Knabenmord fortgeführt. Dieser dauerte mit Verhören4) und Folterungen bis zum Januar 1476. Am 19. Januar verurteilte ihn5) das Gericht zum Tode durch das Bad, welche Strafe am nächsten Tage ausgeführt wurde. Gefoltert6) hatte der 23jährige7) Täufling gestanden, was *) Interrogatus ut supra respondit, quod nec ipse nec Judei interfecerunt dictum puerum, et seit pro certo, quod non interfecerunt, quia Judei non solent facere talia.quod, licet dicatur per theotonicos, quod Judei interficiunt pueros Christianos, tarnen non est verum. 2) Et dicit interrogatus, quod nunquam dici audivit, quod Judei ponent sanguinem puerorum Christianorum in eorum azimis. *) Am 23. Nov.: dixit, quod ideo fecit se baptizare, quia vidit se captum et dubitavit, ne condemnaretur ad mortem, credens se evadere illam, ut evasit. Über seine Mißachtung der neuen Religion siehe Jahrb. XVIII, 365 Anm. 2. *) Am 2., 3., 11., 18., 19., 20., 22., 23., 30. Nov., 6., 17., 18., 21. Dez. 1475, 10., 11. und 16. Januar 1476. 5) tanquam verum furem et sanguinis Christiani potatorem et commestorem veneficum et proditorem neenon sacratissime passionis domini nostri Jhesu Christi eiusque divine maiestatis contemptorem et inimicum. •) Die Akten verzeichnen wiederholtes Hinaufziehen des Entkleideten und Gebundenen mit dem Seile, sowie Herunter- und Hinaufschnellen. Gleich am ersten Verhörstage (12. Apr.) wurde ihm eine eiserne Schüssel mit brennenden Kohlen, auf die Schwefel geschüttet war, unter die Nase gehalten. Wie Wolfgang nachher dem päpstlichen Kommissar erzählte, wurde ihm bei

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