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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 63

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 63)
Language
German
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38 Pur sichtig, ersämen, weysen, liben herren. Ich Strölem von Swabach, deß margraffen1 *) Jud, ich thue piten dyemutticklich ewer fursichtikayt, in maßen als wievor ich czum dickem mal *) für einen erwern rat gestanden pin, als von pet wegen meiner swester mit namen die Jacob Jüdin wegert3) hab, mich lassen versten, umb weß ursach ier gefencknuß sey, hat mir soliches nye mögen gedeyen von einen erwern rat, domit ich nicht hab chunen wyssen, wo und wye ich werben scholt, domit ich mein swester ledig mocht machen, und pin gedrungen gewesen, ein solchen handel an unsern allergnedigisten herrn an den Römischen kayser zu prengen. Als sichs den erschinnen hat, das unser allergenedigister herr Römischer kayser geschriben hat von meiner swester wegen und wegert hot an ewer weyshayt, weytter nicht zu handeln mit ir in chainer geverlichayt, also pit ich, ewer weyshayt wol4 *) ansehen solches Schreibens, daß dan ein Römischer kayser hat gethan als von iren wegen, und wolt sye ledich schaffen, so ich Got getraw, daß es sich nicht ersehaint hab, daß sye myßgehantdelt6) hab. Und ich traw ewer fursichtickayt wol, ier wolt mir der pet nicht6) verczeyhen, ier wolt mir mein swester ledig schaffen, und ich pit euch dyemutichleich, ier wolt mir ein verschriben antwort geben, domit ich armer west, weytter czu verhandeln mit dem allergenedigisten herrn dem Römischen kayser etc. Datum in die sancti Erasmi anno LXXV1I1 etc. [in verso] Den ersamen und weysen, dem rat der stat czu Regenspurck. Der Wunsch Ströleins nach Befreiung der Schwester ging nicht so schnell in Erfüllung.7) Ira August rief er die Hilfe des י) Markgraf Johann von Ansbach-Baireuih. *) Am 20. April wurde Strölein, der sich in Regensburg im ״Geleit“ aufhielt, ״von wegen eins handeis, beruren sein Schwester Jacob Jüdin ir gefancknuß halben“ vom Schwabacher Amtmann Lorentz von Walenrode dem Regensburger Rate empfohlen: Gemeiners Nachlaß Kart. 11. Bei den Akten im Kart. 12 liegt ein Brief Ströleins ohne Datum an den Rat, in welchem er um Auskunft über seine gefangene Schwester bittet, ״umb was ursach irre geffengkuis wer“; er möchte ihr ״brüderliche trew“ beweisen. *) begehrt. 4) wolle. Ä) Die Hostien. 6) So. 7) In der Liste der Dokumente, die am 28. August Hans Ramung und Hans Frießhaimer zum Kaiser mitbekamen, heißt cs: ״Item so habt ir in einen besundern zusamengepunden püschel die bekantnuß der Juden zu Passaw. Auch dabey Suttel Juden bekanntnuß durch instrument und sust das hochwirdig sacrament antreffent. Item so habt ir in dem berurten puschel ein abschrifft des briefs, so der kayser der Jacob Jüdin und des Sutel Juden halben hergeschriben hat. Item mer habt ir ein instrumei t, das die gefangen Juden noch alle in leben sind“. In der Instruktion vom 21. August: ״Item ob man die Jacob Jüdin wolt in den hanndel ziehen der 17 Juden halben, so ist sie danyden ausgeschiert [ausgeschieden], ist dem Waldner [kaiserl. Prolonotar] wol wisset und trifft in den hanndel nit, sunder des hochwirdigen sacraments, als ir hiemit auch habt“.

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