Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
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13 Zum viertzehennten sol kainem Juden gestat werden, das sy gantze tuech verschneiden oder das sy frembde Schneider haben, neue klaider auf den kauft ze machen. Und so ain Jud in solichm gefunden würdt, solten im die tueeh und klaider genomen und darzue gemainer stat 2 lb. R. d. zn pueß zu geben schuldig sein. Zum funfftzehennten, so sollen die Jaden hinfuran kain verstanden aufbotten pfannt anders machen lassen oder pessern, wenn es gewesen, als in solichs versetzt. Sy sollen auch kains auf den kaaff zaerichten, sonder in aller massen, wie in söllicbs verstanden und aufbotten, verkauffeil bey ainer pueß 2 lb. R. d., so sy ain jeder, so disen artickl ubertrit, gemainer stat betzalen soldt. Zum sechszehennten sol dem allmächtigen Got zu eren, auch zw furdrung Cristenlicher andacht die Judengassen von dem mittwochen in der karwocb albeg bis auf den montag in osterfeyern nachmittag verspert beleihen, allain ain klains turll) offen gehallten, damit die Juden notturfft beschikchen, auch die Cristen ire pfannt bey ine gesuechen mögen. Zum sibentzehenten. Es sol auch hinfuran kain inwoner der stat Regenspurg, er sey burger oder ander, kainem Juden von ainem Reinischen gülden wöchentlich zu gesuech über ain haller2 *) zw geben schuldig sein und, wo befunden würdt, das ain Jud mer zu gesuech name, sol er als offt umb 2 lb. R. d. gestrafft und die gemainer stat geraicht werden. Zum achtzehentten. Wo aber ain Jud ainem Cristen auf brief und sigel 1 eichen würdt ausserhalb pfannden, so sol ain Crist ainem Juden wochenlich von ainem Reinischen gülden 3 haller zu gesuech zu geben schuldig sein. Zum neuntzehenten. Es sol auch hinfuran ain schulthais inhaldt der Ordnung und dises Vertrags richten und urteillen und, damit nyemant im rechten umbgezogen noch belast werde, sol hinfuran zwischen Cristen und Juden, auch herwiderumb zwysehen Juden und Cristen das recht anfängklieh vor ainem schuthaissen gesuecht und genomen, davon baid tail wol für camrer und rate dingen mugen. Und was daselbs geurteilt wirdet, dabey sol es enntiieh bestan und Cristen noch Juden, so sy gegen einander handlen, verrer ze dringen oder ze wagern nicht gestattet8) werden. Zum zwaintzigsten. Es sol auch hinfuran mit den Juden gehalden werden, damit kain Jud beswärt werde mit zwifacher .last, sonder von ine als von Cristen all sach genomen und nicht höher gedrungen werdenn. Die Einführung dieser Ordnung hätte die Lage der Juden erträglicher gestaltet. Sicherheit des Körpers war ihnen garantiert (Punkt 1), ihre Beerdigungen waren gegen Belästigungen geschützt (12), ihr Einkaufsrecht bei Bäckern, Händlern, Hand werkern sowie auf dem Markte festgestellt (5—6). Gestohlene Pfänder 1) Judenthürl, portula Judaeorum im Kramwinkel. Nach Gemeiner hatte das Judenquartier drei kleine und drei große Tore. 2) Bisher vom Pfund 2 Pfg: oben S. 4 z. J. 1393. 8) Hds.: gestatten.