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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 37

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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Zum sibenten sol kain Jud käs, schmaltz, obs, prott, unnslit oder anders furkauffen und darnach in der Judengassen vaill haben. Und wo ain Jud an soilicbem ergriffen würdt, sol im die war genomen und darzue umb 1 gld. R. von camrer und ratte gestrafft werden, als offt einer also betretten wurde. Zum achten, so sollen die Juden ainem jeden, so in ain pfannt zuetregt, aigenlich fragen, ob das pfannt rechtverttig sey und erst darnach darauf leyhen innhaldt der allten Ordnung. Und so befunden würde, das ain pfannt gestollen wäre, sol man das dennocht von dem Juden umb das haubtguet lösen1), aber ime kain gesuech davon raichen noch geben. Zum newnten, das sy auch nyemant seine pfanndt, es seyen ine dann die verstanden und aufgebotten, verkauffen. Es sol auch kain Jud kain pfannt kauften, sonder darauf alain leyhen pey ainer pen 2 lb. R. d. 2) Zum zehennten, nachdem sy auch, wo ain Crist ainem ain pfannt versetzt, vil petrieglickait und gefarde geprauchen und dieselben je bis an die dritten und vierden stat under einander versetzen, daß ine dasselb, sy seyen ine dann verstanden und aufgebotten, furan nit mer ze thain, auch ernstlich verpotten und nit mer zuegesehen werde pey ainer puess 1 lb. R. d. Zum ainlefften, wo auch ainer ainen Juden pfannt versetzt und über das jar versteen lässt, deshalb sy dann pillig auffgeboten werden, obgleich der, des die pfannt sindt, kombt und mit dem Juden vertrag machet, das dennocht sölliches dem schulthaissen angesagt und zu wissen gethan werde nämblich darumb, wo ainer also vertrag machet und auf zeitte er die pfanndt nieht löset, dem Juden sölliche pfannt verstanden sein sollten bewilligt, das söllichs der schulthaiß west, damit der Jude allsdann die pfannt nit unauffgebotten verkauffte. Zum zwellfften sol man die Juden ire totten frey an belaidigung oder last menigklichs auch der statknecht zu irem freithoff tragen lassen. Wer in aber irrung darinn tuet, soll gestrafft werden als die, so sy geschlagen, geworffen oder gestossen heten in obgemelter massen * *). Ob aber die Juden nmb sicherhait willen statknecht begerten, sollen ine vergunt und ain belonung geben werden. Zum dreytzehenten sol kain Jud an wissen ains haubtmans, camrers und rattes in die stat gelassen werden, der frembd ist4). Wo aber ain Jud ain gelaidt von unserm genedigen herren hertzog Jörgen het und soverr nicht mi8state an demselbigen erfunden würden, sol ain haubtman, camrer und ratte den Juden herein gelaitten. Darumb sol ain Jud, der hie wonen will, der stat ain erung thain. Es wäre dann, das der Juden so vil würden, das die gemain stat ain nachtail daran hette, alsdann so sollen haubtman, camrer und ratte söllichs unserm genedigen herrn hertzog Jörgen anbringen, damit gemaine stat der Juden halben nicht in abnemen valle. J) Nach der veränderten Gesetzgebung mußten bisher gestohlene Pfänder umsonst zurückgegeben werden: oben S. 8 art. 11 z. J. 1488 u. S. 10. ף Vgl. oben S. 3 z. J. 1393. *) Siehe Punkt 1. 4) Vgl. S. 8 art. 10 z. J. 1488.

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