Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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11 sol wer den, der wider obgemelte articl misshandlt, und wo ein knab solhs uberträtte1), sol camrer und rat des knaben vatter oder berrn bevelhen״ damit sy die knaben straffen, damit das nit mehr beschehe, und sol ain straff bey haubtmann, camrer und ratte gebalden werden. Es sol mit dem rechten mit ainem Juden als mit ainem Cristen gebalden werden und darin kain sonderbait gebraucht, doch das sollichs recht vor ainem schnltbaissen gehen und widerumb genomen werden. Zum andern. Es sol auch schulthaiß auf brief und sigel, so die Juden furbringen, urteilln und richten. Doch damit binfür kain gefär von den Juden mit den briefen gebraucht mögen werden, so sollen die Juden hinfnran kain prieff annemen, er sey dann mit ains camrer oder sebultbaissn insigel bevestet und das allain haubtguet und kain wuecher2 *) darinn benent werde, und solhs der gellter mit seinem aide behalden. Zum dritten sollen die pfannt albeg, so die jar und tag gestanden sein, inhalt der altn Ordnung and des geübten gepraucbs vom sebulthaisn aufbotten werden. Zum vierdten sollen die Juden nicht zu merern kosten im rechten gedrungen werden dann die Cristen. Zum funfften, so sollen die pekhn*) zu Regenspurg kainem Juden umb sein gelt prot zu kauffen versagen, dergleichen sol kain keuffl oder annder, so zu verkauffen haben, den Juden umb ir gelt nichts versagen4). Es sol auch kain hanntwerchsman in der stat Regenspurg, wer der sein möcht, kainem Juden umb sein gellt zu seiner leibsnotturfft und, wie es von allter herkomen, nichts zu verkauffen oder ze machen versagen, noch sich des setzen oder widern, sonder den Juden alswoi als den Cristen umb ir gelt verkauffen und arbaiten in obgemelter maß und nicht anders. Wo aber ainer oder mer sollichs tätten und den Juden umb irn pfening ichts versagtn, der oder dieselbign sollen, als oflft das geschieht, albeg gemainer stat 1 gid. R. und königlicher maiestät dem heyllign reich auch 1 gld. R. zu pueß verfallen sein, sollichs auch ain haubtman, camrer und ratte ir getreues aufsehen haben hei iren gethannen aiden kuniglicher maiestät und dem heylligen reich, damitt solliche Ordnung gehalden und die puessen also genomen und einbracht werden. Zum sechsten sollen die Juden im sumer zu morgens nach dreyen und im wintter nach zwaien auf den tag, an was tag das ist, ir narung anf dem markht auch denn gantzen tag wol kauffn5). Es sol in auch nicht gewert werden. נ) Über das alte Herkommen des gegen die Juden sich richtenden Mutwillens der Regensburger Jugend zur Fastenzeit siehe oben S. 2. 2) Ygl. die Beschwerde v. J. 1488 art. 6 oben S. 7. s) Ygl. oben S. 8 z. J. 1499. 4) Dies und das Folgende richtet sich besonders gegen den Schluß des ״Vortrages“ v. J. 1499 oben S. 9. 5) Ein Fortschritt gegen das Verbot der Hanse 1499 oben S. 9, nach dem im Sommer der Einkauf vor 4 Uhr (d. 1. 12 Uhr mittags) im Winter vor 3 Uhr (d. i. 11 Uhr) und völlig am Dienstag und Freitag nicht gestattet war•