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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 32

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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Gegen Ende des Jahrhunderts gingen die Jaden gegen solche und andere Batsverordnungen mit Beschwerden hei den Herzogen Georg und Albrecht von Bayern vor. Nicht nur, weil die Segensburger Judenschaft den bayrischen Herzogen verpfändet war, sondern auch, weil 1486 die Stadt selber bayrisch wurde. Eine solche Beschwerde1 2) brachte die Judenschaft auf dem von den Herzogen anberaumten Tag zu Freising Michaelis 1488 vor: Vermerkht die neuen pot and gesetze, annders wie von allter herkhomen ist, auf unns gemacht und nit auf gemaine ir stat, dardarch wir lanng zeit in verderben khomen sein. [1] Item daz wir auf khain haws in der stat nit leyhen dürren. [2] Item daz wir khainen bürgen za porgen dürren nemen *). [3] Item daz wir an khainem tag mer dürren fail haben dann alain an ainem mittwochen, und vormalen doch alle tag fayl gehabt haben; so khumbt es zu Zeiten, daz ain feyrtag3) an den mittwochen gefeilt und daz die Cristen fayl haben, aber unns verpoten. [4] Item daz wir nichts ausserhalb der gassen 4) fayl tragen turren, so ain piderman nach unns schickchet, das vor alter nit gewesen ist, und neulich ain Juden darumb gewanndelt. [5] Item daz man unns an dem statgerichtt laut und innhalt unserer brief und sigel, als von allter herkhomen ist, umb haubtgut und schaden nit recht sprechen wil, das wider unnsere kaiserliche freihait ist. [6] Item daz die richtter unns khain Schuldbrief sigeln haben wellen, darinn Judenschaden gestannden ist. [7] Item daz di von Regennspurg das recht in nnnserer gassen, wie von allter heerkhomen ist, am löblichen haws zu Baiern nit besiczen haben wellen 5). [8] Item unns ist verboten, daz wir auf kain neues kursenwerch, es sey an gefild oder an gewanndt, nit leyhen dürren. [9] Item wir werden gedrängen von unnserm gerichtt an des schnltheissen gericht mit furpoten, desgleichen an das hannsgerichtt. x) Sammelband im HStA., Reichsstadt Regensburg Litter. nr. 1, f. 183. Vgl. Gemeiner 111, 776—77. Die Beschwerde ist zwar undatiert, doch geht das Datum aus den Akten des Freisinger Tages (Gemeiners hdsehr. Nachlaß, Kart. 17) hervor. Die Gegenschrift des Rats beginnt: ״Als die Juden, wonend zu Regennspurg, auf dem tage ycz zu Frey sing wider unns, ainen rate der stat Regennspurg, in clag weise funfczehen artickl furbracht“. 2) Siehe oben S. 6 z. J. 1462. s) Ein jüdischer Feiertag. 4) Der Judengassen. Die Judenansiedlung umfaßte drei Gassen. s) Ein Richter sollte vom Herzog, der andere vom Rate gestellt werden. Gerichtsort: der Judenschulhof. Nunmehr wurden die Juden zum Schultheißengericht und Hansgericht gezwungen. Siehe art. 9.

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