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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 30

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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5 Wenden. Der Weiterverkauf war jedoch nur an Juden gestattet. Der Einkauf war organisiert. Er war nur durch vereidigte judische Vorkäufer (furkaufel) zugelassen. Die Vorkäufer verkauften wieder an die Unterkäufer (underkaufel)*), diese an die einzelnen Interessenten. Das geht alles aus der Ratsverordnung* 2) vom 10. März 1402 hervor, wo auch der Eid der Vorkäufer zu lesen ist: Item das sind die artikel, die di Jaden, di larkaalel sind, swern and halden sullen, als hernach geschriben stet. [1] Item, was man in fürlegt, daz sollen si trewlich verkaaffen and domit umbgen, als recht ist. [2] Item sie sullent an kainem viertag chainen laden anftnn noch auslegen vor tischczeit and an chainer hochtzeit ancz an den dritten tag und sullent auch niemant nichtz czaigen, si sollen es an den rechten underkauffei pringen und schickchen. [S] Sy sullent kains geprantz Silber noch golt nicht verkaaffen, es sey dann verstanden den Juden, die hie hawslich siczent. [4] Si sullent niemantz nichtz verkaufen dann der Jaden phant und das ir selbs ist. [5] Es sullent di Juden chainen Wechsel treiben. [6] Si sullent auch selb nichtz kauffen, daz si wider verkaufen wellent in dehain weis. War aber, das in den egenanten artikeln chainerlay weis uhervarn würd, daz sol ye ainer von dem andern nicht versweygen bei irm aid. Ayd. Daz du daz alles also stät haltzt, als es dir gelesen ist von worlt czu wortt, daz pitt3) dir Got helfen und die e, die Got gab Moysi auf dem perg Synay, als du war und recht habst. Also4) helff dir Got. J) Vgl. im Gelben Stadtbueh f. 135 v: ״Item Isserl Jud von Wienn anterchauffei ist burger worden zwai jar und gibt der stat all jar 0 gald., fer. VIta post Jacobi anno LXXXV®. Und der hat an uns vert daz erst jar nicht geben, Davit hat geteidingt“. Ein ״Davitt der chäaffel“ ist 1373 Mai 1 Regensburger Judenbürger: HStA., Juden in Regensburg fase. 14. Über jüdische Unterkäufer in Wien siehe Schwarz, Gesch. d. Juden in Wien S. 37, und Krauß, Die Wiener Geserah vom Jahre 1421, S. 177 Amn. 106. — Das Institut der Unterkäufler war in Regensburg auch bei den Christen für den ganzen Handel eingeführt: Regensburger Urkundenbuch (UB.) I, 015 Register und Gemeiner II, 357 Anm. Auch wenn der Verkäufer nicht den Makler henutzte, erhielt dieser seine Gebühr: Gemeiner II, 435 z. J. 1420. 2) Polizeiverordnungen im HStA., Reichsstadt Regensburg Litter. nr. 373. Eine alte Abschrift in Gemeiaers hdschr. Nachlaß, Kart. 6. Vgl. Gemeiners Chronik II, 357. 3) Hds.: prtt. Abschrift: pit. 4) Dieser Schluß Also etc. ist von späterer Hand hinzugefügt. In der Abschrift fehlt er ganz.

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