Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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4 in purger oder purgerynn geben hieten, verfallen sein der stat, und solt der Jud oder Jiidynn darzu der stat auch alz tewr verfallen sein. Ob es aber dy Jaden uberfüren und von gessten solich chauff darüber hanndelten oder täten, da mein herren nicht über zu pieten hieten, so solt derselb Jud oder Jadynn meinem herren und der stat alz tewt verfallen sein, alz des gutz war, daz er von dem gasst chaufft hiet. Und des sind mein herren also uberain worden mitsampt den XLV, daz es hinfür also ein statez dinch sein sol und beleihen, wan ez der stat arm und reichen ere und notdürfft ist. Nota. Wer auch uberwärt würd, daz er gelt oder gut legt zu den Juden in gesellschaft, der solt auch pillich sten in der borger pen und vallen und solt auch pillich bey andern Juden in der Judengassen siczzen. Nur Pferdehaadel1) und Geldleiben war den Juden im Yerkehr mit Christen erlaubt. Der gesetzliche Zins betrug wöchentlieh zwei Pfennige vom Pfund. In der Verordnung2) vom 19. Oktober 1393 heisst es: Ez gepietent auch mein herren, als sy vert in dem purrtig auch teten, was dy Juden leiheut, ez sey vil oder wenig, so sullen sy nicht mer nemen weder auf brief oder auf pfännt dann je 2 dn. von yedem lb. und, an wem sy daz ubervaren heten daz jar her, der mocht ez wol an mein herren pringen oder noch binfur uberfuren. Das frühere Burggeding um Nicolai (6. Dez.) 1392 gestattete bei Darlehen unter einem Pfund einen höheren Zinsfuß:3) daß kein Jud von einem dargeliehenen Geld, wenn sich die Summe über ein Pfund belaufe, für eine Woche mehr Gesuch nehmen solle, als zwei Pfennige vom Pfund. Von geringem Darlehen unter einem Pfund, weil bey solchen mehr Mühe und Arbeit ist, solle er von 30 Pfennigen einen Hälbling oder von 60 Pfennigen einen Pfennig zu Gesuch nehmen dürfen. Und als oft ein Jud das vorstehende Gesetz überführt, das wissentlich ist, je als oft ist der Christ desselben Gesuchs alles ledig und los und, was das Hauptgut ist, das hat sich das Viertheil verfallen meinen Herren an der Stadt zu einer Pön ohne Widerrede. Dagegeo, dass die Juden von Christen kauften, wenn es sich nicht um Pfänder handelte, hatte der Bat natürlich nichts einzu- ג) Gemeiner IV, 290. Wie in Nürnberg: Stern, Tsr. Bevölkerung III, 224. Uber Fleischverkauf an Christen habe ich keine Verordnung gefunden. Doch ist an der Erlaubnis zum Verkauf des trefe gewordenen Fle'sches nicht zu zweifeln. In der allgemeinen Fleischordnung, die der Bat 1391 erließ (Gelbes Stadtbuch f. 135) heißt es: ״Item es sind auch mein herren uberain worden amb daz Judenfleisch; derselb fleischhaker sol den kamerdinst geben als ander, und daz treftant fleisch sol hi dishalb der spang ligen uf der penk“. s) Gemeiners hdschr. Nachlaß a. a. 0. •) Das Folgende nach dem Auszug bei Gemeiner H, 289—290.