Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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3 ein Zeichen oder Kappen gehen soll; welcher aber darüber betreten würde, der solle zehen Groschen Wandels geben, davon der halbe Teil den Knechten zustehe“. Der Form nach eine neue Ordnung, in Wirklichkeit aber nur eine neue Einsehärfung. Seit 1452 war das Judenzeichen in Regensburg eingelübrt: ״Die Mann vorne an ihren Kleidern, Mänteln und Röcken gelbe Scheublein und die Jüdin an ihren Sleiem und Umhpendten auch sichtbarlich Unterscheid und Zeichen, dadurch man sie aus dem Cristenvolk erkenne“ 1). Doch wurde das Tragen des Erkennungszeichens nicht immer beachtet und seine Unterlassung nur gelegentlich vom Rate bestraft. Erst mit dem Anfänge des 16. Jahrhunderts trat eine strengere Handhabung ein2). Die meisten der auf Juden bezüglichen Ratsordnungen beziehen sich auf ihren Handel. Kaufmannschaft war ihnen streng verboten. Bei der Verordnung3) vom 17. Juli 1393 handelte es sich um den Kauf und Verkauf von Pfändern von und an Christen: Von Jaden chawffen. An LXXXX tercio Alexii voderten mein herren za in die XLV and under andern dingen ward gerett, wie daz die stat and der rat und gemaincblieb di purger von der Juden wegen in gross wort and anlewnten cbämen von der chauff wegen, di in di Christen ausgäben, wan ez sprächen di Jaden, ez wär der maist gewin der Christen mer dann ir, and wer nach seinen pfanten zu in cbäm, so sprächen si, si hieten di Christen. Und da wart der David4) besunderlich nmb zu red gesetzt and der laagent des, daz man doch wars west, daz er ez gerett het. Also wart erfanden, daz die Jaden chainen chauf mer tün noch anznemen solton von den Christen, den sie farbaz bin geben oder verchäuffen wolten, und welher Jud oder Judynn daz farbaz asfiir, daz man mit worheit erfand, so 801t diselb chaafmanschaft, weiherlei dy wär, dy *) Herzog Ludwig an Regensbarg 1452 Aag. 24. Die daranf beruhende Verordnung des Rates hat sich nicht erhalten. Sie ließ anstatt des Zeichens an den Kleidern eine kennzeichnende Kappe zu. 2) Gemeiner III, 206. IV, 56, 102, 117, 231, 281, 293, 340. s) Gelbes Stadtbach im H St A., Reichstadt Regensbarg Litter. nr. 297, f. 133. Vgl. Gemeiner II, 303 Anm. 4) Einer der reichen Regensburger Jaden. 1384 Mai 31 übergaben er and seine Frau Plümel nicht weniger als 73 Geldschuldbriefe und ihr Haus ״das gelegen ist ander den Jaden cza Regensparg bi dem tor gegen den porne über“ dem Rate als Pfand: HStA., Jaden in Regensburg fase. 18. An seiner Urfehdeurkunde 1391 März 17 wie an der Urk. seiner Tochter Tüsehl 1391 Juli 14 hängt sein Siegel mit der hebr. Inschrift דוד* בר יוסף (im Wappen: Pentagramm): ibid. fase. 22. Siehe aach weiter S. 5 Anm. 1. 1•