Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 298)
- Language
- German
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292 lieh io Amsterdam) hebräischen Buches ״Simchat purim Vir Glückstadt“ ist. Auch ein Blutsverwandter dieses Dr. Mussaphia, der Finanz- Commissarius, Hofprovisor und Generalfaktor des dänischen Königs in Glückstadt Samuel de Casseres alias Gabriel Gomes, der 1664 von dem dänischen König Friedrich III. für rund 30000 Taler die Herrschaft Herzhorn ankaufte (Detlefsen) und für die Hamburger und Amsterdamer Portugiesen ein Privileg erwirkte,1) dass allen portugiesischen Juden, speziell denen in Hamburg und Amsterdam unbehindert das Reisen in Dänemark gestattete. Gleichzeitig lebte in Glückstadt Dr. Daniel Namias de Castro, Sohn des bekannten Hamburger Arztes Dr. Rodrigo de Castro. Dr. Daniel de Castro war lange Jahre hindurch Leibarzt des dänischen Königs und verstarb in Glückstadt, während seine Gattin in Hamburg verstorben ist. Der Bruder dieser Frau de Castro war Dr. Samuel Cohen Henriques, Sohn des Dr. Manuel Cohen Henriques Rodrigues Lorenzo, der gleichfalls in Glückstadt seinen zeitweiligen Wohnsitz genommen hatte (und dort höchstwahrscheinlich auch starb). Auch Joseph Salomo del Medigo, ein bedeutender Arzt und Religionsphilosoph, hielt sich einige Zeit in Glückstadt auf, nachdem er aus Hamburg wegen der dort herrschenden Pest geflohen war2). Um diese Zeit findet man hier auch Personen aus den verschiedensten Städten wie Amsterdam, Hamburg, London, Nantes, Salee in Afrika usw. Die von diesen Personen ausgeübten Berufe waren recht mannigfaltig und kamen in der damaligen Zeit hei deutschen Juden äußerst selten oder wohl kaum vor. So finden wir Tahakspinner, Großkaufleute, einen Kapitän, nämlich Ishac Henriques, der den 1l 1657, 19. Januar. Wie die Originaibestätigung dieser Akte vom 14. Dezember 1670 angibt, wurde die Urkunde vom 19. I. 1657 und vom 14. XII. 1670 auf Ersuchen von Gabriel Gometz ausgestellt. Nicht von Diego Teixeira de Mattos (Koenen: Geschiedenis der Jooden in Nederland p. 430, es muss dort heissen Diego T. de Sampayo). Die Urkunde von 1670 wurde am 30. Juli 1684 bestätigt *) del Medigo schreibt in seinem Buche MazreMa-Chochma: Diese apologetische Schrift hatte ich in der Stadt Hamburg begonnen, als in meiner Nachbarschaft die Pest ausbrach und ich gezwungen war, fortzureisen. Ich kam sodann (ca. 1625) hier in Glückstadt an. Dies ist eine neue, öde Stadt, ohne Einwohner, in welcher weder Glück noch Segen vorhanden,