Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 297)
- Language
- German
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291 Beracha sämtliche Exemplare bei dem Präsidenten einliefern, dürfe aber das Manuskript behalten. Die Bücher sollen alsdann verpackt, versiegelt und im Kassenschrank der Gemeinde aufbewahrt werden bis zu der Zeit, die wir erhoffen und welche Gott bald herannahen lasse! Dann werde man sie ihm ausliefern. Dr. Benjamin (Dionys) Mussaphia wurde ca. 1600 in Spanien geboren. Nach Hamburg gekommen, verheiratete er sich hier mit der Tochter des Dr. Samuel da Silva (Tochter und Vater in Hambürg verstorben), des einzigen Juden, der gegen Uriel da Costa eine Streitschrift herausgegeben hat. Wegen seines in Hamburg gedruckten christenfeindlichen Buches Sententiae-Sacro Medicae musste er diese Stadt etwa 1642 verlassen1) und begab sich nach Glückstadt, wo er einige Jahre verbrachte. Von dort begab er sich nach Amsterdam, wo er Mitglied des ßabbinatskollegiams wurde und zeitweilig Vorsteher der Gemeinde und verschiedener Gemeinde institutionen war.2) Er starb am 12. Kislev 5433 in Amsterdam,3) während seine Söhne und Nachkommen in Hamburg, Altona und Glückstadt ansässig waren.4) Mussaphia ist der Verfasser eines hebräisch-philosophischen Werkes ״Secher Rah“, welches 1635 bei Menasseh Ben Israel in Amsterdam gedruckt wurde, eine zweite Auflage kam 1638 in Hamburg heraus und wurde von dem Verfasser Friedrich von Norwegen, Schleswig-Holstein etc. gewidmet. Ferner verfasste er (s. oben) Sententiae Sacro Medicae, gegen 1640 in Hamburg gedruckt, und Musaph ha-Aruch, Amsterdam 1655 (Vervollständigung und Zusätze zu dem Talmudisehen Wörterbuch des Natan ben Jechiel aus Rom). Auch wird vermutet, dass er der Verfasser des ohne Ortsangabe gedruckten (wahrschein- ״ ףMemorial“ (der Geistlichkeit von 1669 auf dem Hamburger Staatsarchiv berichtet darüber wir folgt:) ״Ihre (der Juden) Schriften sind voller Lästerung, das erweisen die Sententia Sacro medicae Benjamins alhier zu Hamburg gedrucket darüber der drücker gestrafifet worden: desgleichen d. lateinische Buch, welches Benjamin alhier spargiret das Ein Hochw. Rath erkandt es sey voller Lästerung, des wegen Er Zur Stadt hinaus gejaget worden.“ 2) J. S. da Silva Rosa: Geschiedenis der Portugeesche Jooden te Amsterdam, 1925. pag. 65. *) Nach einer freundlichen Mitteilung von Herrn A. Querido, Ouderkerk. 4) Diese waren oftmals Münzmeister und Kammeragenten der dänischen Könige und Herzöge von Gottorp. 19*