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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 299

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 299)
Language
German
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293 ״Nordstern“ fuhrt, ferner einen Reeder Paul Ditrieb de Milano, der, wie bereits gesagt, mit * Moses Abensur1) identisch ist, und den Fabrikanten und Importeur Gonsalvo Lopes Continho. Diese Aufzählung der Berufe zeigt jedenfalls die Freiheit, die die portugiesischen Juden damals in Glückstadt genossen. Recht intexessant und sehr wichtig ist auch, dass das Bürgerbuch, in welches sowohl die Christen wie die portugiesischen Juden und später auch die deutschen Juden eingetragen wurden, auch oftmals die Doppelnamen der Portugiesen anführt. Denn um die Aufmerk־ samkeit der •Umwelt (besonders der Inquisition, die selbst nach Hamburg, Amsterdam etc. Spione sandte) nicht auf sich zu lenken, führten die Portugiesen oftmals den christlichen Landesbehörden gegenüber einen deutschen Namen, für die Gemeinde ihren rieh־ tigen (manchmal überlieferten) jüdischen Namen, während sie in Spanien oder Portugal einen spanischen bez. portugiesischen Namen geführt hatten, den sie, um Nachforschungen der Inquisition leichter zu entgehen, auch oftmals wechselten, so dass gleiche Personen unter drei und vier vollständig verschiedenen Namen Vorkommen, was dem Forscher viele Schwierigkeiten bereitet. So führte ein Portugiese in Hamburg den deutschen Namen Simon Ditrichsen, sein Name für die Gemeinde war David Franco, sein Name in Spanien war Simon Rodrigues und ein später angenommener Name Simon Roiz Dias de Malaga gewesen. Jan de Castro, der in Glückstadt Bürger geworden war, hatte nur noch den Namen Jacob Rodrigues de Mendo, während die aus hohem Adel stammende Familie Abendana in Hamburg und Glückstadt die folgenden Namen führte: in Portugal Mendes de Britto, oder auch Britto do Carmo, in Hamburg Dias Mendes de״ Britto, und den deutschen Behörden gegenüber wurde der Name in Rodrigues Jorges de Britto abgeändert, während sie sich in der Gemeinde mit dem einfachen Namen Abendana begnügten. Um jene Zeit, das heisst gegen 1645—1660, scheint auch die Glückstädter Gemeinde ihren Glanzpunkt erreicht zu haben. Trotzdem die dänischen Könige durch ganz ausserordentlich günstige *) Ehrenberg: ״Altona unter Schaumburgisclier Herrschaft“ bespricht in gehässiger und boshafter Weise verschiedene Skandalgeschichten, die angeblich diesem Abenzur und seinem Schwager Samuel Jachia passiert sein sollen, während sie sich bei genauer Durchsicht als Klatschereien entpuppen.

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